All in one

Die Zwillings-Telefone von Arcor und T-Com: Was sie leisten

Nun hat neben der T-Com auch Arcor ein Telefon auf den Markt gebracht, das Festnetz, Handynetz und WLAN vereint. Klingt gut, nur ein Telefon für drinnen und draußen - doch darf man auch Einsparungen für den Geldbeutel erwarten?

mobil telefonieren© Luis Camargo / Fotolia.com

Jetzt sind also zwei der auf der CeBIT angekündigten Dual-Mode-Lösungen auf dem Markt - wahlweise wird auch von Hybrid-Telefonen, WLAN-Handys oder Twin-Telefonen gesprochen, gemeint ist immer dasselbe: Ein Telefon, das sowohl zu Hause als auch unterwegs funktioniert und sich entweder ins Festnetz, in ein drahtloses Funknetz oder ins "normale" Mobilfunknetz einwählt.

Ähnliche Lösungen von Arcor und T-Com

Nach der kürzlich erfolgten Vorstellung des "T-One" der Telekom-Festnetztochter T-Com hat nun auch die Konkurrenz von Arcor ein solches Zwillings-Telefon vorgelegt, das dem der Telekom sehr ähnlich ist. So können beide Geräte beider Anbieter mit einem beliebigen Handytarif genutzt werden, man muss nicht Mobilfunkkunde bei den verschwisterten Unternehmen T-Mobile oder Vodafone sein. In Sachen DSL- und Festnetz-Telefonanschluss sieht es hingegen anders aus, beide Anschlüsse muss man beim jeweiligen Anbieter bestellen.

Festnetz- und Handyanschluss nötig

Es ist also mit diesen Twin-Lösungen nicht möglich, den Festnetzanschluss aufzugeben. Zwar werden beide Techniken (Festnetz und Mobilfunk) in einem Gerät vereint, doch man braucht nach wie vor beide Anschlüsse - sicherlich ein Pferdefuß: Wenn bei den Anschlüssen und Tarifen kein Geld eingespart werden kann, weil diese sich auf herkömmlichem Tarifniveau bewegen, dann ist der Vorteil der Dual Phones zweifelhaft. Denn ob man beim Weggehen das Handy zur Hand nimmt oder das Dual Phone, dürfte ziemlich egal sein.

Sparfunktion Wireless LAN

Vorteile können die Zwillingstelefone sicherlich für Geschäftskunden bieten, die viel unterwegs sind und sich häufig in Ballungsgebieten bewegen, die ein gut ausgebautes WLAN-Netz haben. Denn nur über die Einwahl in ein drahtloses Funknetz kann man von unterwegs aus sparen. Dann nämlich wählt sich das Dual Phone automatisch per Internettelefonie ein, so dass erheblich geringere Gebühren anfallen als beim Telefonieren über das "normale" Handynetz. Auf dem Land hingegen ist dieser Vorteil jedoch im wahrsten Wortsinn verschwindend gering. Ein weiterer Nachteil: Öffentliche Funknetze dürfen mit den T-Com- und Arcor-Lösungen bislang nicht genutzt werden. Somit sind auch Vietelefonierer bzw. Geschäftskunden mit Handy-Flatrates oft besser bedient.

Tarif-Splitting meist sinnvoll

Fast immer ist übrigens ein "Tarif-Splitting" anzuraten: Wer alles beim gleichen Anbieter bucht, riskiert (ähnlich wie im Versicherungsgewerbe) teure Abschlüsse. Das gilt insbesondere für große Konzerne wie die Telekom oder Arcor, die mit Schwester- oder Tochtergesellschaften in allen Marktsegmenten unterwegs sind und ständig aufpassen müssen, sich nicht selbst zu schaden (Kannibalisierungseffekt).

Fazit: "All in one" nützt nur wenigen. Es ist fast immer günstiger, verteilt bei verschiedenen Anbietern zu buchen. Zudem halten sich die Vorteile der Zwillingstelefone derzeit noch in deutlichen Grenzen. Mit einem zunehmenden Ausbau der drahtlosen Funknetze würde das Einsparpotenzial aller WLAN-Handys - nicht nur dieser - allerdings bedeutend steigen.

Mehr zum Thema
  • Voice over IP

    VoIP

    Mit dem Siegeszug des Internets kam auch die Telefonie über dieses. Schon lange benötigt man nicht mehr einen "echten" Telefonanschluss, um einen Plausch mit der Freundin zu halten. Was es mit der Internettelefonie auf sich hat, erfahren Sie hier.

    weiter
Top