Anschlüsse im Netz

Die neuen Netze: Festnetz, VoIP und NGN

Zwar gibt es noch einige Anbieter, die nach wie vor "echte" Telefonanschlüsse schalten, doch in vielen Fällen liegt der Telefonanschluss bereits im Netz. Das ist für die Anbieter günstiger, für die Kunden aber nicht immer komfortabler. Wo die Unterschiede liegen und worauf Kunden achten sollten!

Glasfaserleitungen© Deutsche Telekom AG

Generell gibt es zwei Möglichkeiten: Einen Anschluss übers klassische Festnetz oder einen über die neuen Netze, die sich VoIP oder NGN nennen. Unter VoIP (Voice over IP) versteht man das Telefonieren übers Internet, also über die Datenleitung. Per NGN (Next Generation Network) werden schon heute insbesondere von alternativen Anbietern die Telefonanschlüsse geschaltet, doch in naher Zukunft will auch die Telekom auf die neuen Netze umsteigen.

Nur wenige Anbieter im echten Festnetz

Derzeit hat man noch die Wahl: Geht man zur Telekom, bekommt man klassische Festnetzanschlüsse, entweder analog oder über den etwas teureren ISDN-Standard, der mehr Komfort ermöglicht - aber beispielsweise für DSL-Nutzer nicht notwendig ist, wenn diese gleichzeitig surfen und telefonieren wollen. Solche herkömmlichen Anschlüsse im "echten" Festnetz werden derzeit außer von der Telekom nur noch von Versatel, M-net, manchmal von HanseNet und einigen anderen regionalen Anbietern geschaltet - doch nicht immer und nicht in allen Tarifen. Seit kurzem lässt auch Arcor seinen Kunden wieder die Wahl, ob sie NGN oder ISDN wollen. Wer sicher gehen will, sollte vor Vertragsabschluss nachfragen. Wissen sollte man, dass ISDN kein geschützter Begriff ist. So gibt es durchaus ISDN-Anschlüsse, die über die Datenleitung realisiert werden.

Alternative Anbieter nutzen meist NGN oder VoIP

Über Anbieter wie 1&1, freenet oder Tele2 telefoniert man per VoIP übers Internet. Meistens wird dabei der Telefonie eine feste Bandbreite reserviert, so dass es möglich ist, gleichzeitig zu telefonieren und mit datenintensiven Anwendungen am Rechner zu arbeiten. Einige Anbieter priorisieren die Telefonie auch. Gleichwohl kommt es merklich häufiger als im klassischen Festnetz zu Störungen oder Abbrüchen. Bedenken sollte man auch, dass nicht telefoniert werden kann, wenn es ein Problem mit der DSL-Leitung gibt.

NGN gehört die Zukunft - auch bei der Telekom

Die Technologie der Zukunft ist sicherlich NGN; sie wird heute schon von Anbietern wie Arcor, o2 oder Vodafone eingesetzt. Grob gesagt ist NGN eine Weiterentwicklung der Internettelefonie, sie hat aber auch Nachteile. So ist es aufgrund von speziellen Hard- und Softwarelösungen in der Regel nicht möglich, die DSL-Hardware vom einen zum anderen Anbieter mitzunehmen. Herkömmliche Telefone können allerdings meist weitergenutzt werden, da die Umschaltung im Router stattfindet und nicht im Telefon. Die NGN-Anschlüsse laufen ebenso wie die VoIP-Zugänge übers Internet, es werden also keine "richtigen" Telefonanschlüsse geschaltet - wenn auch ISDN-Funktionen genutzt werden können.

Fazit

NGN gehört zweifellos die Zukunft - und das wird früher oder später auch für Telefonanschlüsse der Telekom gelten. Spätestens 2012 will der Ex-Monopolist sein Netz IP-fähig haben. Für die Anbieter ist es einfach viel billiger, nur virtuelle Anschlüsse zu schalten und die Technik im Netz zu haben. Gegenwärtig hat man also noch die Wahl. Fragen sollte man indes vorher: Kein Kunde kann darauf pochen, statt per VoIP oder NGN übers klassische Festnetz versorgt zu werden. Nur bei gravierenden Qualitätsmängeln hat man als Kunde eine Chance, gegen das Zwangs-Voipen vorzugehen.

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