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Die neuen Internetbriefe: Wozu sie gut sind

Seit kurzem kann man auch übers Internet rechtsverbindliche Briefe verschicken, vorher war das nur auf dem traditionellen Postweg möglich. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen Hybrid-Briefen und De-Mails, und wo liegen die Kosten der verschiedenen Modelle?

Mailing© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/red) - Der rechtsverbindliche Schriftverkehr mit Banken, Behörden und Notaren ist nun auch per Internetbrief möglich. Kürzlich hat die Deutsche Post ihre E-Postbriefe vorgestellt, auch United Internet und Telekom präsentierten vor kurzem Varianten für speziell gesicherte Online-Briefe. Der Hintergrund: Einfache E-Mails sind bisher vor fremdem Zugriff und Verfälschung nicht ausreichend geschützt, sie sind daher im Zweifel nicht rechtsverbindlich. Daher mussten bisher viele Dokumente weiter auf dem normalen Postweg zugestellt werden. Durch die neuen Online-Briefe können Unternehmen, Behörden und Verbraucher nun Versand- und Papierkosten sowie Zeit sparen. Hier die wichtigsten Begriffe und die Vorhaben der jeweiligen Unternehmen.

De-Mail

Unter De-Mail versteht man eine sichere E-Mail-Adresse, deren Inhaber eindeutig identifiziert ist. Über diese Adresse sollen künftig rechtsverbindliche, terminrelevante und sensible Dokumente verschickt, empfangen und in einem Dokumentensafe online abgespeichert werden können. Die De-Mail soll weltweit von jedem Computer und auch vom Handy nutzbar sein. Alle De-Mails sind gegen Verfälschen oder Ausspionieren mehrfach geschützt, Dokumente werden während des Versands verschlüsselt. Provider, die eine solche Adresse anbieten wollen, müssen besondere Sicherheitsvorkehrungen erfüllen. Sie sollen staatlich geprüft und zertifiziert werden.

Hybrid-Brief

Hybrid-Briefe eignen sich für Kunden, die nicht an ein Nutzerportal angeschlossen sind oder keine elektronischen Briefe erhalten wollen. Bei dieser Variante wird ein Brief zunächst verschlüsselt per Internet versandt, aber dann von einer zentralen Stelle ausgedruckt, kuvertiert und dem Empfänger auf "normalem" Postweg zugestellt. Ebenso kann ein Hybrid Brief umgekehrt zunächst auf dem herkömmlichen Postweg versandt und dann in ein Online-Dokument umgewandelt werden.

Drei Unternehmen sind jüngst mit ihren Vorhaben für sichere Internet-Briefe an die Öffentlichkeit gegangen:

Deutsche Post

Die Deutsche Post bietet ab sofort unter epost.de den sogenannten E-Postbrief an. Für 55 Cent pro Brief können Kunden zwischen einer Hybrid-Variante und einer ausschließlichen Online-Variante wählen, die vom Grundprinzip her der De-Mail entspricht. Anders als ihre Konkurrenten will die Deutsche Post nicht eine noch ausstehende gesetzliche Regelung zu den De-Mails abwarten, sondern startet bereits jetzt den ausschließlichen Online-Brief. 50 Unternehmen hat die Deutsche Post nach eigenen Angaben bereits von ihrem Angebot überzeugen können. Alle Nutzer müssen sich aus Sicherheitsgründen bei der Registrierung bei einer Postfiliale in ihrer Nähe mit Personalausweis identifizieren. Besondere E-Postbriefe wie Einschreiben sollen teurer als 55 Cent sein.

United Internet

Das Unternehmen, das unter anderem die Internet-Anbieter GMX und Web.de betreibt, bietet für seine Kunden bereits Hybrid-Mails für 54 Cent pro Mail an. Gleichzeitig können sich Nutzer ab sofort auf den jeweiligen Homepages (z.B. web.de-mail.de) für eine De-Mail-Adresse vorregistrieren lassen. Die Kennung soll ab 2011 nutzbar sein. United Internet will dafür das Inkrafttreten des Bürgerportalgesetzes Ende 2010 abwarten, das die Voraussetzungen für De-Mails genauer regelt.

Deutsche Telekom

Auch die Telekom bietet nun unter de-mail.t-online.de die Möglichkeit der Vorregistrierung für De-Mail-Adressen. An den Start gehen soll der Dienst ebenfalls 2011. Hybrid-Briefe für Privatkunden plant der Konzern derzeit nicht. Für Geschäftskunden sei dies eine Option, über die nachgedacht werde, sagte ein Sprecher.

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