Alternativen

Die aktuellen Handy-Datentarife: Was für wen?

Nach Jahren überhöhter Mondpreise wird das mobile Internet immer günstiger. Mit dem neuen 1-GB-Tarif von blau und simyo gibt es bald eine neue Alternative. Welcher Tarif lohnt sich für wen, und wie kann man den eigenen Bedarf rauskriegen?

Smartphone© Robert Kneschke / Fotolia.com

Nachdem kürzlich blau und simyo bekannt gegeben haben, am 17. November mit einem 1-GB-Datentarif fürs Handy starten zu wollen, ist ein weiteres interessantes Produkt auf dem Markt für Handy-Datentarife aufgetaucht. Inzwischen haben deutsche Handynutzer nämlich recht gute Auswahlmöglichkeiten, wenn sie mobil ins Internet gehen wollen. Das war beileibe nicht immer so: Über viele Jahre haben die Mobilfunker fürs Handy-Internet regelrechte Mondpreise verlangt.

Welche Alternativen gibt es?

Für Wenignutzer bieten sich megabytegenaue Tarife an, wie sie für 24 Cent je MB von vielen E-Plus-Discountern wie Aldi, blau oder simyo angeboten werden. Bei anderen Anbietern, insbesondere bei den Netzbetreibern, sind die by-Call-Tarife meist teurer und schlechter getaktet. Vorteil der MB-genauen Tarife: Man zahlt nur das, was man versurft. Nachteil: Wer häufiger mobil surft, zahlt drauf. Schon ab gut 41 MB pro Monat würde sich die neue 1-GB-Option lohnen - die allerdings nur im Einheitstarif zuzubuchen ist und nicht in den Community-Tarifen.

Wer mäßig, aber regelmäßig mobil surft, ist mit dem neuen 1-GB-Tarif von blau und simyo richtig gut bedient. Denn bei anderen Anbietern bekommt man derzeit für die knapp zehn Euro, die der neue Tarif kostet, höchstens ein Fünftel - sprich, 200 MB. Außerdem wird die Over-Nutzung teilweise doppelt so teuer: Wer mehr braucht als die 200 MB, muss zum Beispiel bei o2 50 Cent für jedes weitere Megabyte zahlen. Zusätzlicher Vorteil des 1-GB-Tarifs: die kurze Laufzeit. Nach 30 Tagen ist Schluss, falls man den Tarif nicht mehr nutzen will. Und wer richtig viel gesurft hat, auch der bekommt bei blau und simyo eine gute Alternative: Wer mag, kann die nächste 30-Tage-Flat direkt im Anschluss buchen. Diese Möglichkeiten gibt es bei den Netzbetreibern nicht. Bei Vodafone etwa müssen alle Optionen für ganze zwei Jahre gebucht werden - Ausprobieren wird so unmöglich.

Vielnutzer sollten auf eine Flatrate zurückgreifen, wie sie von vielen Mobilfunkern angeboten wird. Die günstigeren Flats in den E-Netzen kosten 25 Euro im Monat, die teureren in den D-Netzen sogar 35 Euro. Ab einem Datenvolumen von fünf bzw. zehn GB wird der Speed jeweils auf maximal GPRS-Geschwindigkeit gedrosselt. Angesichts der hohen monatlichen Grundpreise und der langen Vertragslaufzeiten (o2 drei Monate, Vodafone 24 Monate, sonst sechs Monate) sollte man sich ziemlich sicher sein, dass man das bereitgestellte Volumen auch braucht.

Eine weitere Alternative sind Tages-Flatrates. Diese kosten je nach Anbieter zwischen 2,50 und 4,95 Euro pro Tag und sollten auch wirklich nur auf eine tageweise Nutzung beschränkt werden. Sinnvoll könnte eine etwas höhere Nutzung allenfalls für solche Nutzer sein, die die bessere Netzabdeckung von T-Mobile und Vodafone in Anspruch nehmen wollen. Denn die meisten günstigen Datentarife für die gelegentliche Nutzung werden im nicht so gut ausgebauten E-Plus-Netz realisiert. Wer meist an den gleichen Orten unterwegs ist, kann die Netzabdeckung vor dem Abschluss eines Tarifs aber gut testen.

Fazit

Wer wegen eines Datentarifs seinen Sprachtarif nicht wechseln möchte, ist natürlich gebunden. Für alle anderen gilt: Nicht unüberlegt buchen, insbesondere dann nicht, wenn eine längere Vertragsbindung eingegangen werden muss. Wer seinen Surfbedarf so gar nicht einschätzen kann, sollte sich für wenig Geld eine Prepaidkarte mit MB-genauer Abrechnung kaufen (oder eventuell von Freunden ausleihen). Diese fünf oder zehn Euro, die die Karte kostet, sind gut angelegtes Geld - und quasi nichts im Vergleich zu möglicherweise überdimensionierten Optionen, die monate- oder jahrelang weiterbezahlt werden müssen.

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