Glasfaser und Co.

Der lange Weg zur Breitband-Republik

Bis 2010 soll jeder Bundesbürger mit einem breitbandigen Internetanschluss versorgt werden können - so sehen es die Breitband-Ziele der Bundesregierung vor. Doch wie ist eigentlich der aktuelle Stand? Denn das Jahr 2010 ist jetzt da.

LTE auf dem Land© mirpic / Fotolia.com

Linden (red) - Nach wie vor gilt: Wer auf dem flachen Land wohnt, surft im Schneckentempo - Ausnahmen bestätigen die Regel. Das trifft zum Beispiel auf Kunden mancher Kabel Anbieter zu, denn die Kabelversorger bauen ihre Netze bisweilen auch in kleineren Orten aus, wo sonst nur die Telekom sitzt.

LTE wird wohl Wimax ersetzen

Zudem gibt es einige Funk-Pilotprojekte, in deren Rahmen getestet wird, wie gut sich LTE, der Mobilfunk der 4. Generation, zum Aufbau breitbandiger Internetverbindungen eignet. Eines dieser Funk DSL Projekte ist im Sauerland angelaufen. Zwar können dort noch keine "echten" Kunden die Anbindung testen, doch die Technik wird bereits auf Herz und Nieren geprüft. Das ist hierbei besonders wichtig, denn es wird befürchtet, dass andere Frequenzbereiche (z.B. Fernsehen oder drahtlose Mikrofone) beeinträchtigt werden könnten.

Richtig schnell ist es nur punktuell

Bei den terrestrischen Techniken, also zum Beispiel der Anbindung über Glasfaser bzw. VDSL, ist nach wie vor kein flächendeckender Ausbau geplant - der wohl auch nicht zu refinanzieren wäre. Deshalb beschränken sich die Anbieter auf die Metropolen und deren Umland, wo genügend interessierte Endkunden vermutet werden. So finden sich beispielsweise in Hamburg, Köln und München bereits Highspeed-Flecken, wo ein Downstream von bis zu 100 Mbit/s erreicht wird. Allerdings ist dies nicht einmal im gesamten Stadtgebiet möglich, geschweige denn außerhalb davon.

Die Gemeinden müssen zuschießen

VDSL mit einem maximalen Downstream von 50 Mbit/s ist derzeit in knapp 30 Städten möglich. Teilweise werden auch langsamere Anschlüsse über kupfergebundene ADSL-Leitungen mit maximal 16 Mbit/s neu geschaltet, selbst wenn dafür gebuddelt werden muss - Voraussetzung ist meistens, dass sich die jeweilige Gemeinde finanziell am Ausbau beteiligt. Manchmal gibt es auch Streit um die kostengünstigste und sinnvollste Verlegetechnik vor Ort; vielfach fehlen diesbezüglich noch Erfahrungswerte.

Die alte Infrastruktur bremst zusätzlich

Auch beim Endkunden tauchen häufig technische Hindernisse auf. In vielen Häusern stammt die Verkabelung noch aus den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als noch niemand an Hochgeschwindigkeitsnetze gedacht hat. Wenn die alten Kupferleitungen nicht durch Glasfaser ersetzt werden können, kommt nicht der volle Speed beim Kunden an, auch wenn die Entfernung zur Vermittlungsstelle gering ist. Bis zur Anbindung der gesamten Republik über breitbandige Verbindungen, welcher Couleur auch immer, ist es also noch ein weiter Weg.

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