Ende der Freigiebigkeit einläuten

Datenskandale ohne Ende: Was man tun kann

Nicht nur bei Sony werden Kundendaten gestohlen - es kann jedes Unternehmen treffen. Noch immer ist es für Diebe relativ leicht, an persönlichste Daten zu kommen, denn viele Verbraucher sind immer noch unvorsichtig. Was man als betroffener Kunde tun und wie man sich künftig schützen kann, lesen Sie hier!

Datensicherheit© Sergey Nivens / Fotolia.com

Die Datenskandale nehmen kein Ende. Vor wenigen Jahren wurde beispielsweise bekannt, dass rund 17 Millionen Kundendaten der Telekom-Tochter T-Mobile im Umlauf waren - und möglicherweise immer noch sind. Das heißt, jeder zweite Kunde, der 2006 schon bei T-Mobile war, ist betroffen. Zwar wurden offenbar keine Bankdaten ausgespäht, doch der Verlust an Sicherheit und Privatsphäre ist trotzdem groß. So sind nämlich auch Daten all jener Kunden öffentlich geworden, die eine Geheimnummer hatten bzw. sich aus allen Auskunftsverzeichnissen hatten austragen lassen. Der Datenklau bei Sony betraf noch weitaus mehr Kunden.

Nummer ändern und nicht jedem geben

Im T-Mobile-Skandal hatten genau die Kunden, die in punkto Daten wenig freigiebig waren, alles richtig gemacht: Noch immer ist Datenschützern zufolge die Bereitschaft der Bevölkerung, fast jedem Interessenten persönliche Daten zu nennen, im Schnitt deutlich zu ausgeprägt. Zu den persönlichen Daten zählt neben der Bankverbindung oder der Postadresse natürlich auch die Handynummer. Kunden sollten auf jeden Fall möglicherweise betroffene Daten wie Telefonnummern und Passwörter ändern lassen. Ist die Bankverbindung betroffen, sollte man schnellstmöglich die Bank informieren.

Kennwörter statt Stammdaten

Zudem ist es zu empfehlen, mit persönlichen Kennwörtern zu operieren. Das heißt, man identifiziert sich beispielsweise bei der Hotline nicht mit Stammdaten wie dem Geburtsdatum, die relativ leicht ausgespäht werden können, sondern mit einem persönlichen Kennwort. Das sollte aber kein Wort im klassischen Sinne sein, sondern aus Buchstaben und Zahlen bestehen und in regelmäßigen Abständen geändert werden. Auch an diesem Punkt ließen Verbraucher immer noch zu wenig Vorsicht walten, beklagen Datenschützer.

So würden für viele Portale die selben Kennwörter benutzt, die außerdem aufgrund ihrer simplen Struktur häufig leicht zu erraten seien. Weiterhin sei zu beobachten, dass auch Bankkonten zu selten auf eventuell unautorisierte Abbuchungen hin überprüft würden. Wer solch einen Vorfall bemerkt und seine Bank in einem angemessenen zeitlichen Rahmen davon unterrichtet, bekommt das Geld zurückgebucht. Beim Online-Shopping ist es sicherer, Zahlungsinformationen nicht zu hinterlegen, sondern jedesmal neu einzugeben.

Panikreaktionen vermeiden

Gerade angesichts der Einführung weiterer potenzieller Datenschleudern wie dem elektronischen Personalausweis oder der persönlichen Steuernummer ist auch in Zukunft viel Vorsicht auf Kundenseite angebracht. Das gilt auch für beliebte Kundenbindungsprogramme wie Payback, wo die Gefahr des - absichtlichen oder fahrlässigen - Missbrauchs besonders groß ist. Wenig sinnvoll wäre allerdings, da sind sich alle Experten einig, ein panischer Wechsel des Anbieters. Das, was T-Mobile oder Sony passiert ist, kann auch anderen passieren.

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