CeBIT-Trend

Das mobile Internet wird festnetzschnell

2006 könnte das Jahr der Entscheidung werden: Entweder geht dem UMTS-Standard endgültig die Puste aus, oder er schafft den Durchmarsch. Ein Erfolg wird wahrscheinlicher, seit das mobile Internet mit dem Festnetz mithalten kann. Der UMTS-Turbo war einer der Trends der CeBIT 2006.

UMTS-Tarife© ktsdesign / Fotolia.com

2006 wird möglicherweise das entscheidende Jahr für den Mobilfunk der dritten Generation, UMTS. Die Nutzung des UMTS-Standards liegt nach wie vor meilenweit hinter den Erwartungen zurück: Momentan nutzt nur rund ein Prozent der deutschen Handybesitzer UMTS. Die vier Netzbetreiber müssen also richtig was tun, wollen sie ihre Milliarden-Investitionen nicht in den Wind schreiben.

UMTS wird so schnell wie DSL

Doch die derzeitige Entwicklung macht wieder Hoffnung. Schon im Vorfeld der CeBIT hatten sowohl die großen Mobilfunker T-Mobile und Vodafone als auch Netzwerkausrüster wie Ericsson oder Siemens die Werbetrommel für den neuen UMTS-Standard HSDPA gerührt. Das sperrige Kürzel steht für "High Speed Downlink Packet Access", manche Anbieter sprechen griffiger von "Broadband-UMTS" oder dem "UMTS-Turbo". Wer sich aufgrund der Breitband-Entlehnung an den Festnetzmarkt erinnert fühlt, liegt keineswegs daneben, denn genau das verspricht der neue UMTS-Standard: Das mobile Internet wird endlich festnetzschnell.

T-Mobile und Vodafone versprechen eine schnelle Ausweitung des neuen Standards, der künftig überall dort verfügbar sein soll, wo derzeit das herkömmliche UMTS liegt. Der Aufwand für die Netzbetreiber hält sich in Grenzen, zumindest im Vergleich zum UMTS-Netzstart. Denn jetzt kann das vorhandene UMTS-Netz mit einem technischen Überbau für HSDPA aufgerüstet werden. Es ist also weder ein völlig neues Netz notwendig wie beim Umstieg von GSM auf UMTS, noch müssen neue Lizenzen her. Gleichwohl gibt es derzeit nur von den beiden Großen, von T-Mobile und Vodafone, aktuelle Infos zum UMTS-Turbo; E-Plus und o2 halten sich noch merklich zurück.

Zum Start 1,8 Mbit/s

T-Mobile und Vodafone stellen HSDPA derzeit mit bis zu 1,8 Mbit/s zur Verfügung, später sollen annähernd zweistellige Bandbreiten erreicht werden können. Mittlerweile gibt es erste Handys und auch schon Notebooks, die mit dem neuen UMTS-Standard HSDPA kompatibel sind. Doch nicht nur bei den Endgeräten gab es in Hannover Neuigkeiten, auch bei den Tarifen. Sowohl T-Mobile als auch Vodafone haben eine gedeckelte mobile Flatrate für den UMTS-Turbo angekündigt. Bei Vodafone zahlt man dafür knapp 50 Euro, ab November noch mal zehn Euro mehr. Bei T-Mobile sind 35 Euro Grundkosten zu zahlen, außerdem kostet jeder Tag, an dem man online geht, einen Euro zusätzlich. Beide Anbieter nehmen Zusatzgebühren, wenn man mehrere Monate am Stück mehr als 5 GB versurft.

Die Zeit drängt

Das ist zwar noch nicht wirklich günstig, aber die neuen Quasi-Flats sind deutlich überschaubarer als die bisherigen Tarifmodelle, die kaum jemand verstanden hat und die intensiven Nutzern die Tränen in die Augen trieb. Gerade Vielnutzer werden sich mit den neuen Preismodellen deutlich besser anfreunden können. Das ist aus Sicht der Anbieter auch bitter nötig: Vor kurzem hatte eine repräsentative Umfrage im Auftrag von E-Plus gezeigt, dass nur ein Drittel der deutschen Mobilfunknutzer weiß, worum es sich bei UMTS überhaupt handelt. Ein Viertel der Befragten hatte noch nie etwas von UMTS gehört.

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