Qual der Wahl

Checkliste für neue Handy-Discounter: Wer sich für wen lohnt

Die Preise für Handytelefonate sinken unaufhörlich, und es werden immer mehr Anbieter mit immer neuen Fallen im Kleingedruckten. Wer wissen will, worauf man bei der Suche nach einem neuen Anbieter achten sollte, findet hier diverse Tipps. Mit Checkliste!

Checkliste© rangizzz / Fotolia.com

Seit dieser Woche sind auf dem ohnehin boomenden deutschen Mobilfunkmarkt noch einmal zwei neue Tarifmodelle gelauncht worden: das dänische Joint Venture easyMobile startete, und ein neuer Prepaid-Tarif der Victorvox-Tochter simply wurde aufgelegt.

Minutenpreise immer niedriger

Auf den ersten Blick klingen die neuen Angebote noch verlockender als jene, die "schon" ein paar Wochen auf dem Markt sind - denn Minutenpreise von 15 bzw. 16 Cent und SMS-Preise von 11 bzw. 12 Cent suchen ihresgleichen. Bis auf Viva und Jamba!, deren Handytarife mit einem SMS-Preis von zehn Cent glänzen, kann da keiner mithalten.

Die beiden neuen Tarife haben zwei große Nachteile: die Taktung ist minutengenau - im Mobilfunk immer noch die absolute Ausnahme - und das Abhören der Mailbox ist nicht kostenfrei. Letzteres ist auch in den Tarifen von klarmobil und im bisherigen simply-Tarif nicht möglich. Beide, klarmobil und simply/alt haben zudem eine 60/10-Taktung, das ist zwar besser als bei den beiden Neulingen mit ihrem Minutentakt, doch es gibt bessere Angebote. Die Minutentaktung der neuen Anbieter wirkt sich um so negativer aus, je mehr Anbieter mit besserer Taktung preislich nachziehen.

Wie wichtig die Taktung ist

Im Klartext: Wer eine Minute und eine Sekunde lang telefoniert, hat in einem minutengenauen Tarif die Kosten für zwei Minuten am Bein. Bei einer 60/10-er Taktung zahlt man für eine Minute und zehn Sekunden, bei der 60/1-Taktung wird nach der ersten Minute sekundengenau abgerechnet. Je länger man also pro Gespräch im Schnitt telefoniert, desto entscheidender wird die Taktung. Wer bei Telefonaten nur mal kurz "hallo" sagt und sich nicht lange aufhält, der braucht sich für die Frage der Taktung naturgemäß weniger zu interessieren.

Die entscheidenden Kriterien

Entscheidend sollten bei der Wahl des Anbieters vor allem diese drei Punkte sein: der Minuten- bzw. SMS-Preis, die Taktung und die Mailbox-Frage. Die Wichtigkeit dieser Punkte sollte jeder Interessent vorab für sich klären. So sollte man sich beispielsweise auch erkundigen, ob man den Annahmezeitpunkt für die Aktivierung der Mailbox ändern kann. Wer häufiger sein Handy leise stellt oder nicht überall hin mitnimmt, kann sich so einiges an Kosten aufschaufeln, wenn viele Leute auf der Mailbox landen. Relativ egal sollte die Frage des Startguthabens sein, dieses differiert maximal um zehn Euro, nimmt man kurzfristige Sonderangebote mit in die Berechnung hinein. Das sind einmalige Goodies.

Wichtiger kann je nach Nutzer die Frage werden, ob man seine alte Rufnummer mitnehmen kann. Dies ist nur bei den Anbietern möglich, die auf dem T-Mobile-Netz aufsetzen (also simply, easyMobile und klarmobil). Daran schließt sich die Frage nach der Verfügbarkeit des Netzes an, die man auch vorher klären sollte: So wohnt nicht jeder in einem günstigen E-Plus-Ausbaugebiet, die T-Mobile-Netzkapazitäten erreichen in Tests hingegen regelmäßig Bestwerte. Alle neuen Discounter basieren entweder auf dem E-Plus- oder dem T-Mobile-Netz.

Wer öfter mal mit seinem Handy online gehen will, ist bei den Discountern nicht so gut aufgehoben wie bei einem herkömmlichen Tarif bzw. Anbieter. Die meisten Discounter bieten nur GPRS bzw. UMTS by Call, und das kann ordentlich ins Geld gehen. Und noch eine Frage gilt es zu stellen: Wer richtig viel telefoniert, sollte mal genauer darauf schauen, in welche Netze. Bei vielen Telefonaten ins deutsche Festnetz oder zu E-Plus-Teilnehmern (auch zu simyo) kann sich die Base-Flatrate unter Umständen richtig lohnen.

Fazit: Eine Empfehlung für jedermann gibt es wie üblich nicht. Die Angebote der Discounter - der "neuen" wie der "alten" - sind von den Preisen her allesamt günstig und mit herkömmlichen Tarifen nicht zu vergleichen. Anhand der folgenden Checkliste kann jeder Interessent testen, was ihm persönlich wichtig ist. Hinter den jeweiligen Kriterien stehen die Tarife, sie sich am ehesten lohnen, wenn dieser Punkt besonders ins Gewicht fällt. Natürlich kommen immer auch andere Anbieter in Frage, die Preise differieren bei weitem nicht so stark wie früher. Die Anbieternamen sind verlinkt, man kann sich also mit einem Klick weitere Infos holen:

Die schnelle Checkliste

  • Minutenpreis: simply/neu, klarmobil 15 Cent
  • SMS-Preis: Viva, Jamba
  • Taktung: blau.de, debitel light, simyo
  • Mailbox kostenlos: blau.de, debitel light, simyo
  • Rufnummer mitnehmen: easyMobile, klarmobil, simply neu und alt
  • Mobile Internet-Nutzung: simply/alt
  • Vieltelefonierer im Festnetz: Base

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