Kein Telekom-Monopol mehr

Call-by-Call und Preselection: Wie funktioniert das?

Seit mehreren Jahren kann man sich bei Gesprächen innerhalb Deutschlands oder auch bei Auslandsgesprächen den Anbieter aussuchen. Das kann man per Call-by-Call oder mittels Preselection tun. Was das ist und wie es funktioniert, lesen Sie hier!

mobil telefonieren© Luis Camargo / Fotolia.com

Das letzte Monopol der Telekom fiel im Ortsnetz

Eigentlich waren Ortsnetzgespräche nach wie vor ein Ding für die Telekom, trotz vieler erfolgreicher Stadtnetzbetreiber: Bis zum Fall des Ortsnetzmonopols am 25. April 2003 wurden über 95 Prozent aller Ortsgespräche über die Deutsche Telekom geführt. Damit hatte der Ex-Staatskonzern, der nach der Einführung der freien Betreiberauswahl für Ferngespräche tüchtig Federn lassen musste, immerhin noch bei Ortsgesprächen ein Quasi-Monopol inne.

Dass durch die Freigabe des Ortsnetzmonopols eine ähnlich deutliche Abwärtsbewegung der Preisspirale einsetzen könnte wie damals bei den Ferngesprächen, ist jedoch stark zu bezweifeln - nicht zuletzt nach der Entscheidung der Regulierungsbehörde, den Verbindungszuschlag für alternative Ortsnetz-Anbieter anzuheben.

Für wen gilt die "freie Betreiberauswahl"?

Seit 25. April kann man sich auch bei Ortsgesprächen - wie früher schon bei nationalen Fern- und Auslandsgeeprächen - aussuchen, über wen man telefoniert. Bislang Doch auch dieses Monopol fiel letztendlich, das heißt, man kann auch innerhalb des gleichen Vorwahlenbereichs per Call-by-Call telefonieren. Dies kann jeder Telefonkunde innerhalb Deutschlands, sofern er Kunde der Deutschen Telekom ist. Wer Kunde bei einem Alternativanbieter, zum Beispiel bei einem der diversen City-Carrier oder bei Arcor ist, hat Pech gehabt - ebenso wie auch beim bekannten Call-by-Call im Ferngesprächsbereich.

Seit 9. Juli 2003 kann man sich im Ortsnetz zudem seinen Lieblings-Anbieter dauerhaft voreinstellen lassen. Das bedeutet, man telefoniert ohne das Wählen einer zusätzlichen Vorwahl automatisch über diesen Anbieter.

Kein Problem ist es für die Nutzung von Call-by-Call, wenn man einen solchen Preselection-Vertrag mit einem Alternativanbieter abgeschlossen hat, aber trotzdem seinen Anschluss bei der Telekom liegen hat. Denn das Call-by-Call-Verfahren "überschreibt" sozusagen das Preselection-Verfahren, ist also trotzdem möglich. Keinerlei Einschränkungen gibt es auch für Nutzer von Optionstarifen wie beispielsweise AktivPlus oder T-ISDN xxl. Auch in diesen Fällen ist Call-by-Call, sei es im Orts- oder im Fernnetz, möglich.

Was muss man tun?

Um über Call-by-Call telefonieren zu können, muss man bei jedem Gespräch extra die Vorwahl des gewünschten Anbieters eingeben, und zwar vor der gewünschten Teilnehmernummer. Im Gegensatz zu Ferngesprächen ist es bei Ortsgesprächen nicht nötig, auch die Ortsvorwahl einzugeben. Ein Beispiel: Will man innerhalb Hamburgs, also von 040 zu 040, ein Ortsgespräch über 01051 Telecom führen, wählt man nur die 01051 plus die Anschlussnummer des gewünschten Teilnehmers.

Für die am meisten verbreitete Variante des Call-by-Call ist keine Anmeldung notwendig, auch gibt es keine Zusatz- oder Grundgebühren; man gibt lediglich die Anbieter-Vorwahl ein und kann direkt lostelefonieren. Beim anmeldefreien Call-by-Call erhält man keine eigene Rechnung; abgerechnet wird über die Rechnung der Deutschen Telekom. Dabei werden Gespräche über andere Anbieter jedoch getrennt aufgeführt. Die meisten Anbieter rechnen im Minutentakt ab, einige wenige takten alle zwei, zweieinhalb, vier oder sogar fünf Minuten. Eine sekundengenaue Abrechnung bekommen in der Regel nur Kunden, die sich via Anmeldung an einen Anbieter binden. 3U Telecom bietet über die 01078 jedoch auch Ortsgespräche mit sekundengenauer Abrechnung an.

Kurz nach dem Start der Ortsnetz-Freigabe war es nur ein Häuflein, das der Telekom bundesweit Konkurrenz machte: Arcor, Tele2, 01051 Telecom, Centel, Fonfux und TeleDiscount. Diese Zahl steigerte sich in der Folge erheblich. Ebenso unterschiedlich wie die Preise der einzelnen Anbieter waren auch deren Gepflogenheiten hinsichtlich einer kostenfreien Tarifansage zu Beginn eines jeden Gesprächs.

Mehr zum Thema
  • Telefonanschluss

    Call by Call

    Auch in Zeiten von Telefonflatrates, ist Call-by-Call noch nicht aus der Mode gekommen. Besonders bei Auslandstelefonaten sind die Sparvorwahlen noch immer beliebt. Beim Call-by-Call wählt man vor der eigentlichen Telefonnummer eine Vorvorwahl, um günstiger zu telefonieren.

    weiter
Top