Von Macht und Ohnmacht

Buchtipp: "Die Google-Gesellschaft"

Dass Internet-Suchmaschinen einen immensen Einfluss auf die Beschaffung von Informationen haben, ist nicht nur verzweifelten Lehrern klar. Doch was haben Google und Konsorten eigentlich im Detail angerichtet? Ein etwas anderer Blick auf den Suchmaschinen-Giganten!

Google

Dieses Buch ist kein Buch über den Umgang mit Suchmaschinen – jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinn. Die beiden Herausgeber Michael Schetsche und Kai Lehmann haben etwas anderes im Sinn: Sie wollen aufzeigen, wie die Suchmaschinen - und dabei insbesondere der Primus Google - unseren Umgang mit Wissen und Informationen an sich verändert haben.

Dass man in grauen Google-Vorzeiten mal ein Lexikon in die Hand genommen hat, erinnert für die meisten jungen Onliner an ein Märchen aus längst vergangenen Zeiten. Seitdem ist viel passiert, unter anderem hat das Wort "googeln" seine offizielle Aufnahme in den Duden gefunden. Doch welche Auswirkungen es im Detail hat, dass uns immense Mengen an Wissen online zur Verfügung stehen, wird in den meisten sonst veröffentlichten Werken über Suchmaschinen nur am Rande behandelt. In diese Lücke stoßen Schetsche und Lehmann mit ihrer Analyse der "Google-Gesellschaft".

Brauchen wir eine "kontrollierte" Suchmaschine?

Die thematische Bandbreite des Werks ist riesig und geht von Medienpolitik, Wirtschaft, Kunst und Kultur bis hin zu philisophischen Erwägungen. Die Autoren machen sich zum Beispiel Gedanken darüber, wie man es schafft, Informationen auch abzulehnen, sich der Wissens-Bandbreite also bewusst zu verschließen. Auch rechtliche Aspekte wie etwa der, was aus den Bürgerrechten in der Informationsgesellschaft geworden ist beziehungsweise noch werden könnte, finden Eingang in das 2005 aufgelegte Werk. Von der "Macht der Oberflächen" ist dabei ebenso die Rede wie von PR-Arbeit als "PR-ostitution". Ein Autor fordert gar eine öffentlich-rechtliche Suchmaschine als Gegengewicht zur Google-Omnipotenz.

"Wo ist Dick?"

Nicht zuletzt verändert das Web auch Arbeitsinhalte traditioneller Berufe (wenn man beispielsweise einen Sorgen-Chat installiert, anstatt sich mit krisengeplagten Kids Face to Face zu unterhalten) – und es kann Karrieren fördern und zerbrechen. Dass bei den letzten US-Präsidentschaftswahlen John Edwards als Kerrys Vize nominiert wurde, war zuerst in einem Weblog zu lesen. Auch die Auswirkungen von Hurrikan "Katrina" wurden heftig online diskutiert: "Wo ist Dick? Etwa immer noch angeln?", fragten erboste Blogger, als US-Vizepräsident Dick Cheney nach vier Tagen noch nicht aus seinem Angelurlaub zurückgekehrt war.

So viel als Appetizer. Weitere Infos sowie aktuelle, ergänzende Kommentare, Interviews und ein Weblog finden sich auf der Webseite www.google-gesellschaft.de. Wer das Buch haben möchte, kann es online bestellen:

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