Tarifpolitik

Billiger telefonieren: Die Trickkiste der Anbieter knacken

Die Preise im offenen Call-by-Call sind niedrig, doch die Margen auch; die Tarifspielchen auf Kosten der Kunden häufen sich. Was man wissen sollte, um wirklich günstig telefonieren zu können, lesen Sie hier!

Festnetz© Patrizia Tilly / Fotolia.com

Für Telefonkunden bietet das offene Call-by-Call jede Menge Sparpotenzial - aber auch Stolperstricke, die mit Sparen wirklich nichts mehr zu tun haben. Nur gut informierte Verbraucher sind auf der sicheren Seite, deshalb sollten Call-by-Call-Nutzer regelmäßig Tarifvergleiche zu Hilfe nehmen. Da viele Anbieter ihre Tarife oft ändern, ist ein regelmäßiges Kontrollieren der Tarife unerlässlich.

Die knappen Margen im deutschen Festnetz sorgen immer wieder für unseriöse Tarifspielchen. Einige Anbieter ändern ihre Tarife täglich, manche sogar mehrmals am Tag. Das betrifft insbesondere die deutschlandweiten Tarife, die Preise im Auslandsbereich sind geringfügig stabiler. Doch auch dort gibt es teilweise erhebliche Änderungen von einem Tag auf den anderen - Vorsicht ist also geboten. Glücklicherweise gibt es seit August 2012 die Verpflichtung, im Call-by-Call eine Tarifansage zu schalten. Dadurch ist der Verbraucher besser vor unliebsamen Überraschungen geschützt - er muss aber auch gut hinhören.

Schwarze Schafe

Doch nicht alle Anbieter versuchen Tarifspielchen auf Kosten der Kunden. So haben beispielsweise Arcor/Vodafone (01070) und Tele2 (01013) stabile Preise und geben Änderungen rechtzeitig bekannt. Andere ändern ihre Preise für Inlandstelefonate manchmal sogar mehrmals täglich und lassen durch geschickte Aufteilung der Tarifzonen hohe und niedrige Preise einander abwechseln.

Die teilweise exorbitanten Preissteigerungen beziehungsweise -nachlässe liegen bei anderen Anbietern manchmal im Bereich von mehreren hundert Prozent. So ändern manche Anbieter im schnellen - fast täglichen - Wechsel die Tarife in die Handynetze, wobei Änderungen von rund 5 Cent zu 25 Cent und zurück keine Seltenheit sind.

Das Sandwich-Prinzip

Das Sandwich-Prinzip ist ein im Call-by-Call - auch im Internet-Bereich - unter den Anbietern sehr beliebtes Tarifschema und funktioniert wie folgt: Eine sehr günstige Zeitzone wird zwischen zwei sehr teure Zeitzonen gequetscht, und die Anbieter hoffen, dass der Kunde möglichst oft in den teuren Zonen landet. Zehn und mehr Zeitzonen, die abwechselnd sehr günstig oder sehr teuer sind, sind nicht unüblich.

Tückische Auslandstarife

Auch bei Auslandstelefonaten gibt es Fallstricke. Wenig kundenfreundlich arbeitet beispielsweise die 01056, die wir aus diesem Grund auch gar nicht mehr listen. In diesem Fall wurde die Tarifansage abgeschaltet und die Preise teilweise um mehrere tausend Prozent erhöht. Glücklicherweise ist das Ausmaß der Abzocke hier ein absoluter Extremfall.

Ein weiteres Problem ergibt sich, wenn die Tarife für bestimmte Städte von denen abweichen, die für den Rest eines Landes gelten. Auch solche Fälle gibt es immer öfter, beispielsweise bei der 01057 und, weniger extrem, bei der 010011. So kann beispielsweise ein Gespräch nach Kairo deutlich teurer sein als in den Rest Ägyptens. Auch hier muss der Kunde wachsam sein.

Hohe Taktung wird meist angesagt

Glück im Unglück hat der Verbraucher insofern, als es äußerst selten vorkommt, dass mehrere "Fallen" auf einmal aufgestellt werden. Anbieter mit schlechter Taktung weisen meist bei der Tarifansage darauf hin.

Dennoch: Ein regelmäßiges Studium der Tarifvergleiche ist unerlässlich, wenn man sich vor rauchenden Gebührenzählern schützen will.

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