Tarifdschungel

Billige Vorwahlen: Nicht alle werden ihrem Ruf gerecht

Im Umgang mit scheinbar günstigen Telefonvorwahlen ist mehr und mehr Vorsicht angebracht: Was gestern - oder vor zwei Stunden - noch günstig war, kostet jetzt vielleicht dreimal so viel. Drei Tipps der Redaktion, um im Tarifdschungel nicht den Überblick zu verlieren!

Festnetz© zentilia / Fotolia.com

Wenn man seinen Telefonanschluss bei der Deutschen Telekom hat, kann man im so genannten offenen Call-by-Call durch das Vorwählen verschiedener Nummern einiges an Geld sparen. Gerade im Moment sind die Tarife fürs deutsche Festnetz wieder sehr günstig. Die jeweils günstigsten Tarife schlagen die Standardtarife der Telekom um Längen, wenn man auch bei der Qualität der Leitungen manchmal Abstriche machen muss. So weit, so gut für den Kunden - doch es wird ihnen nicht leicht gemacht.

Immer neue Fallstricke

Um es klar zu sagen: Wer nicht vor jedem Telefonat einen Tarifrechner wie den von Tarife.de nutzen kann oder möchte, schaut immer öfter in die Röhre. Die Zahl der Anbieter, die ihre Tarife mehrmals täglich wechseln, ist merklich gestiegen.Einige Anbieter hatten zum Start ihres Services noch eine kostenlose Tarifansage, schufen diese wieder ab und erhöhten teilweise dann deutlich die Preise. So ging mehr und mehr Transparenz für die Kunden verloren. Eine positive Entwicklung ist da die Pflicht zur Tarifansage, die seit August 2012 alle Call-by-Call-Anbieter betrifft. Wer jetzt genau hinhört, ist deutlich besser vor Kostenfallen geschützt.

Einige Anbieter, die ihre Telefontarife "nur" einmal am Tag wechseln, erhöhen oder senken sie teilweise um das Fünf- oder Zehnfache. Nicht selten wird zusätzlich die Taktung gewechselt: Wer gestern noch im Minutentakt abrechnete, taktet heute vielleicht schon alle fünf Minuten. Oder die ersten beiden Minuten en bloc und danach minutengenau, auch das gibt es.

Drei wichtige Tipps

Um diesen Fallstricken, die sich in den vergangenen Monaten gehäuft haben, zu entgehen, gibt die Redaktion folgende drei Tipps:

  • 1. Kontrolle ist alles. Man sollte sich nicht darauf verlassen, dass der Tarif vom Vortag noch Gültigkeit hat. Das gilt für alle Anbieter, die Call-by-Call-Vorwahlen anbieten, wenn auch nicht für alle im gleichen Maße. Arrivierte Anbieter wie beispielsweise Arcor oder Tele2 wechseln die Tarife recht selten und behalten zudem die Gestaltung der Zeitzonen weitgehend bei. Faustregel für Arcor und Tele2: Während der Woche tagsüber ist es ins Festnetz sehr teuer, in der Nebenzeit aber durchgehend günstig. Für andere Anbieter gilt diese Aufsplittung nicht. Manche Anbieter haben alle ein oder zwei Stunden andere Tarife. Also: Den Tarifrechner konsultieren.
  • 2. Bei der Tarifansage genau hinhören. Wer nicht die Möglichkeit hat, vor jedem Telefonat in die Tariftabelle zu schauen, ist dank der Pflicht zur Tarifansage jetzt besser geschützt als früher. Diese Ansage ist kostenlos; man kann nach der Ansage wieder auflegen, wenn einem der Tarif zu teuer erscheint. Man sollte sich aber nicht darauf verlassen, dass eine hohe Taktung vor dem Gespräch angesagt wird.
  • 3. Nicht den allerbilligsten Anbieter nehmen. Aus mehreren Gründen: Die Anbieter ganz vorne in den Tariflisten sind viel häufiger besetzt als die auf den Plätzen drei, vier oder fünf. Oft ist die Gesprächsqualität auch schlecht, manchmal fliegt man sogar aus der Leitung. Außerdem wechseln die Anbieter auf den Spitzenplätzen deutlich häufiger ihre Tarife. Manchmal liefern sich die Anbieter auf Platz eins und zwei einen regelrechten Kampf, die Tarife ändern sich dann manchmal stündlich. Man sollte also lieber auf ein paar Zehntelcent verzichten und erst ab den Plätzen zwei oder drei Telefonanbieter anwählen.

Fazit

Die Sparmöglichkeiten im offenen Call-by-Call sind immer noch immens. Selbst mit einer Flatrate fürs deutsche Festnetz, die von immer mehr Anwendern gebucht wird, bleiben immer noch die Gesprächskosten für Telefonate zum Handy und ins Ausland übrig. Wer die oben genannten Tipps beherzigt, sollte sich trotz der immer dreisteren Tarifpolitik mancher Anwender gut zurechtfinden und einiges an Geld sparen.

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