Absicherung

Berufsunfähigkeitsversicherung: Vertragsinhalt ist wichtiger als Preis

Der Preis macht den Unterschied - dieser Grundsatz gilt nicht zwingend für die Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn gerade bei Einsteiger-Tarifen finden sich oft Versicherungsbedingungen, die den Verbraucher benachteiligen. Deshalb sollte man zuerst nach dem Vertragsinhalt fragen.

Berufsunfähigkeitsversicherung© Dan Race / Fotolia.com

Linden (red) - Auf keinen Fall sollte der Tarif eine abstrakte Verweisung enthalten, denn dadurch bekommt der Versicherer die Möglichkeit, die Zahlung der Rente zu verweigern, wenn man noch in einem vergleichbaren Beruf arbeiten kann. Das ist weitaus häufiger der Fall, als viele annehmen. Mindestens genauso wichtig ist es, dass der Vertrag zur BU-Versicherung auch die Möglichkeit einer Nachversicherung vorsieht. Dadurch können Kunden in vielen Fällen die vereinbarte Rentensumme erhöhen, ohne dass sie sich einer erneuten Gesundheitsprüfung stellen müssen. Notwendig werden kann das beispielsweise, wenn man eine Familie gründet oder sich die beruflichen Bedingungen entscheidend verändern.

Ab wann muss die Versicherung zahlen?

Bei Vertragsabschluss sollte man unbedingt regeln, ab wann man überhaupt eine Rentenzahlung von der Versicherung erhält. In der Regel gilt, dass ab einer Berufsunfähigkeit von rund 50 Prozent gezahlt wird. Allerdings gibt es auch Verträge, die eine gestaffelte Zahlung vorsehen. Hier beginnen die Zahlungen ab einer Berufsunfähigkeit von 25 bis 33 Prozent. Die jeweilige Rentenzahlung erfolgt dann ebenfalls anteilig in diesem Prozentrahmen. Bei diesem Modell wird zwar schon früher gezahlt, den vollen, im Vertrag vereinbarten Rentenbeitrag erhält man aber erst ab einer BU von 66 bis 75 Prozent. Beide Modelle haben also Vor- und Nachteile. Bei der herkömmlichen Version bekommt man bei geringen Einschränkungen im Gegensatz zum Staffelungs-Modell noch nichts gezahlt, dafür erhält man bei einem Vertrag mit Staffelung den vollen Rentenbetrag erst sehr viel später.

Laufzeit sollte bis zum 67. Lebensjahr gehen

Auch die Dauer bzw. Laufzeit einer BU-Versicherung sollte man bei Vertragsabschluss genau unter die Lupe nehmen. Die Versicherung läuft im besten Fall bis zum voraussichtlichen Renteneintritt, denn nur so ist ein hundertprozentiger Schutz gewährt. Bei den meisten Menschen wird dies voraussichtlich das 67. und nicht mehr das 65. Lebensjahr sein. Darauf sollte man bei einem Abschluss unbedingt achten. Eine andere Variante gibt dem Versicherten die Möglichkeit, die Vertragsauer in eine Risiko- und eine Leistungszeit zu teilen. Dieses Modell ist zwar in der Regel preislich gesehen sehr viel günstiger, da die Prämien niedriger ausfallen, es birgt aber auch Risiken.

Laufzeitsplittung sorgt für niedrige Beiträge

Bei Teilung des Vertrages in eine Risiko- und eine Laufzeit ist erstere bei der Absicherung gegen Berufsunfähigkeit auf den 60. Geburtstag beschränkt, die Leistungszeit geht dafür bis zum 67. Lebensjahr. Konkret bedeutet das: Wird man vor dem 60. Lebensjahr berufsunfähig, erhält man die Rente, bis man 67 ist. Wird man allerdings erst nach dem 60. Geburtstag berufsunfähig, muss die Versicherung überhaupt nicht mehr zahlen. Wer sich für eine Splittung entscheidet, sollte also dafür Sorge tragen, dass er eine Absicherung durch Ersparnisse schafft. Natürlich kann man auch früher in Rente gehen – dies hat aber oft ebenfalls finanzielle Einbußen zur Folge.

Höhe der Rente ist entscheidend

Ganz entscheidend ist natürlich auch die Höhe der Rente, die im Fall einer BU von der Versicherung gezahlt wird. Als potenzieller Versicherungsnehmer sollte man versuchen, eine Rente zu vereinbaren, die möglichst nahe an das aktuelle Netto-Einkommen heranreicht. Im Mindestfall sollten es 75 Prozent des aktuellen Einkommens sein. Denn die Zahlungen der Berufsunfähigkeitsversicherung könnten neben denen aus der gesetzlichen Rentenversicherung das einzige Einkommen sein.

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