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Berufsunfähig oder arbeitsunfähig: Wo liegt der Unterschied?

Niemand hofft es, und doch passiert es früher oder später vielen: Durch Berufsunfähigkeit oder Arbeitsunfähigkeit sind der Job und die berufliche Zukunft gefährdet. Dabei stellt sich die Frage, was eigentlich der Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Arbeitsunfähigkeit ist.

Handwerker© Stanislav Komogorov / Fotolia.com

Zwischen Berufsunfähigkeit und Arbeitsunfähigkeit gibt es grundlegende Unterschiede, die auf den ersten Blick einfach zu unterscheiden sind. In feineren Nuancen, und besonders im Übergang von arbeitsunfähig zu berufsunfähig, gibt es keine klaren Grenzen. Trotzdem ist es, besonders für Leute mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung, wichtig zu wissen, wann denn nun die Berufsunfähigkeit eintritt.

Eine Definition von Arbeitsunfähigkeit

Vorneweg: Arbeitsunfähigkeit ist immer etwas Vorübergehendes und es ist absehbar, dass man seinen alten Job nach einer Genesung wieder aufnehmen kann. Als arbeitsunfähig wird man eingestuft, wenn man aufgrund einer Krankheit nicht an seinem Arbeitsplatz erscheinen kann. Man lässt sich beim Arzt "krank schreiben". Dies ist immer auf einen gewissen Zeitraum begrenzt. Das heißt, der Arzt legt aufgrund von Erfahrungswerten einen Zeitraum fest, in dem man vermutlich wieder genesen wird. Die Genesung wird durch eine entsprechende Therapie und Medikamente unterstützt. Ziel ist es, die Wiederaufnahme der Arbeit zu ermöglichen.

Wann tritt die Berufsunfähigkeit ein?

Die Berufsunfähigkeit bezeichnet im Gegensatz zur Arbeitsunfähigkeit einen Zustand von längerer Dauer. Selten wird sie direkt zu Erkrankungsbeginn festgestellt, sondern schließt in den meisten Fällen an eine Arbeitsunfähigkeit an. Man versucht immer zuerst eine Therapie durchzuführen, die dem Betroffenen eine Wiederaufnahme der Arbeit ermöglicht. Bei der Diagnose "berufsunfähig" sind bleibende gesundheitliche Schäden vorhanden, die es dem Patienten verbieten, seine Arbeit in absehbarer Zeit wieder aufzunehmen.

Gesetzliche Rentenversicherung und Privatversicherung

Berufsunfähig ist nach den Bestimmungen der gesetzlichen Rentenversicherung, wer auch eine andere zumutbare Arbeit maximal sechs Stunden am Tag ausführen kann. Als zumutbar gilt alles, was gesundheitlich, den Kenntnissen entsprechend und ohne erhebliche Einkommenseinbußen geleistet werden kann. Als Bezugspunkt gilt die Tätigkeit, die zuletzt für längere Zeit ausgeübt wurde.

Für eine genaue Definition bei den privaten Berufsunfähigkeitsversicherungen ist in den jeweiligen Bestimmungen nachzusehen; hier wird meist eine Zeitspanne von drei Jahren angenommen, in denen der Kunde seinen Beruf nicht mehr wird ausüben können. Da diese Versicherung auch davor schützen soll, einer "nicht zumutbaren" Tätigkeit nachgehen zu müssen, sollte besonders auf die Klausel der "abstrakten Verweisung" geachtet werden.

Der Übergang von Arbeitsunfähigkeit zu Berufsunfähigkeit

Viele nehmen an, dass man nach einem halben Jahr im Status "arbeitsunfähig" automatisch in die Berufsunfähigkeit übergeht. Dem ist jedoch nicht so. Die Berufsunfähigkeit muss separat festgestellt werden. Wann und wie eine Berufsunfähigkeitsversicherung greift, kommt wie erwähnt auf das jeweilige Versicherungsunternehmen an.

Und Erwerbsunfähigkeit?

Erwerbsunfähigkeit ist eine weitere Steigerung der Berufsunfähigkeit. Als erwerbsunfähig wird bezeichnet, wer keinerlei Arbeit mehr ausüben kann, um seinen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Die Erwerbsunfähigkeit teilt sich dabei noch einmal in zwei Klassen auf: Die teilweise und vollständige Erwerbsunfähigkeit. Teilweise erwerbsunfähig ist jemand, der nicht länger als sechs Stunden täglich einer Arbeit nachgehen kann. Als voll erwerbsunfähig gilt der, der es nicht schafft, länger als drei Stunden täglich zu arbeiten.

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