Multitalent

Autos können jetzt auch Internet

In Hollywood gibt es sie schon lange: Autos, die fast alles können. Doch die Idee einer fahrenden Kommunikationszentrale wird jetzt Wirklichkeit. Was bereits geht und an welchen Funktionen man fieberhaft arbeitet, stellte jetzt der Automobilkonzern Mercedes Benz gemeinsam mit Chefentwickler Peter Häußermann vor.

DSL-Geschwinidgkeit© nobelium / Fotolia.com

Stuttgart/Linden (red) – Schon in naher Zukunft soll des Deutschen liebstes Spielzeug mit Smartphones gleichziehen können. Bereits jetzt bieten einige Hersteller einen WLAN Router fürs Auto an.

Mit dem Internet im Auto könnten einige bisher ausschließlich Smartphones und Tablets vorbehaltene Funktionen auch im PKW zur mobilen Nutzung zur Verfügung stehen. Denkbar sind beispielsweise verschiedene Apps, die man sich auf den Auto-Computer herunterladen könnte. Auch soziale Netzwerke wie beispielsweise Facebook und Co. stünden zur Nutzung im Auto zur Verfügung.

Auf Fahrsicherheit muss weiterhin geachtet werden

Bei aller Euphorie über den Fortschritt stellt sich natürlich dennoch die Frage nach den verkehrsrechtlichen Gegebenheiten. Viele Funktionen könnten Autofahrer vom Straßenverkehr zu sehr ablenken. Es muss also in Zukunft überlegt werden, welche Aktionen während des Fahrens erlaubt sind und für welche Aktivitäten der Fahrer sich einen Parkplatz suchen muss.

Beschränkungen beim mobilen Internet im Auto

Wichtig zu wissen ist, dass man derzeit das Auto-Internet in vollem Umfang nur dann nutzen kann, wenn sich das Fahrzeug nicht bewegt, sprich das "klassische, freie Surfen im Netz" ist während der Fahrt nicht möglich. Allerdings können bestimmte Inhalte über extra dafür programmierte Apps auch während der Fahrt genutzt werden. Realisierbar sind dann unter anderem die Abfrage von Wetterinformationen oder Hinweise zur gewählten Route, beispielsweise wo sich Tankstellen oder Raststätten befinden.

Spracherkennung ermöglicht Kommunikation zwischen Fahrer und Auto

Auch das Buchen einer Reservierung im Restaurant oder das Nutzen sozialer Netzwerke soll mit entsprechender Programmierung ohne Probleme während der Fahrt möglich sein, meinen Experten. Autofahrer brauchen in ihrem Auto dafür entweder ein spezielles Navigationssystem oder ein Infotainment-System.

Sämtliche Funktionen soll man per Spracherkennung bedienen können. Zudem arbeiten die Entwickler daran, dass der Fahrer mit dem System kommunizieren kann – ganz ähnlich wie beim Knight-Rider-Auto "K.I.T.T". So erklärt Mercedes-Chefentwickler Peter Häußmann: "Wir arbeiten daran, dass Sie sogar per Sprache surfen können im Internet. Sie könnten dann dem System sagen: 'Sage mir, wo ist der höchste Kirchturm in Deutschland?', und das System wird es Ihnen dann sagen. Sie können dem System sagen: 'Was ist die aktuelle Nachricht aus dem Kanzleramt?' Das wird das System im Netz finden. Das kann man dann alles vorlesen lassen, damit es wirklich ohne Ablenkung während der Fahrt passiert."

Auto ruft Werkstatt selbst an und meldet Fehler

Wer eine Panne hat und liegen bleibt, braucht in Zukunft möglicherweise auch nicht mehr selbst den ADAC oder die Werkstatt anzurufen. Eine Pannenmeldung mit Fehlerbeschreibung verschickt das Auto selbst, der Fahrer muss nur noch entscheiden, wer informiert werden soll und wer nicht. Darüber hinaus soll man sich über einen im Auto installierten WLAN Router auch mit dem Notebook ins Internet einloggen können. Das sollte man allerdings nur dann tun, wenn man nicht selbst am Steuer sitzt.

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