Merkblatt

Abzocke im Internet: So sollten Beschwerden aussehen

Wenn Verbraucher sich über vermeintlich kostenlose Angebote im Internet beschweren wollen, sollten einige Hinweise beachtet werden. Zum Beispiel sollten die Beschwerden immer per Post verschickt werden. Was die Wettbewerbszentrale zur Überprüfung von Abzock-Angeboten benötigt, haben wir in diesem Special zusammengefasst.

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Der Deutsche Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität (DSW), ein Schwesterunternehmen der Wettbewerbszentrale, hat vor kurzem die intransparente Preisgestaltung zweier Anbieter gerichtlich untersagen lassen. Es wurden festgestellt, dass die Preisangaben für die Nutzer nur schwer zu finden waren. Solche und ähnliche Fälle häufen sich - doch eine Klage gegen Internet-Abzocker kann nur dann erfolgreich sein, wenn genügend Belege vorliegen. Die Verbände weisen deshalb darauf hin, dass die Mitwirkung der Öffentlichkeit unabdingbar sei, um nachhaltig gegen Anbieter von vermeintlich kostenlosen Angeboten vorgehen zu können.

Nur eine vollständige Beschwerde ist hilfreich

Der DSW hat ein Merkblatt aufgelegt, das die wesentlichen Bestandteile einer hilfreichen Beschwerde zusammenfasst. Auf folgende Punkte sollten Verbraucher achten, diese Informationen werden benötigt:

  • 1. Name und Anschrift des Beschwerdeführers und des betroffenen Internetnutzers. Anonyme Beschwerden können nicht bearbeitet werden. Die Wettbewerbszentrale geht im Falle eines Wettbewerbsverstoßes in ihrem eigenen Namen gegen den betreffenden Anbieter vor.
  • 2. Bildschirmausdrucke (Screenshots) der Internetseiten mit Angabe des Datums, an dem sie besucht wurden (Startseite, Registrierungsvorgang, Hinweis zum Widerrufsrecht, Impressum, AGBs etc.).
  • 3. Korrespondenz mit dem Anbieter in Kopie (Rechnungen, Mahnungen etc.)
  • 4. Ist der Beschwerdeführer sicher, die fragliche Internetseite niemals besucht zu haben, sollte er dies der Wettbewerbszentrale in Form einer eidesstattlichen Versicherung bestätigen (Muster nebst Erklärung steht als Download unter der unten genannten URL zur Verfügung).
  • 5. Die Unterlagen sollten postalisch an die Wettbewerbszentrale übermittelt werden. Im Unterschied zu anderen Beschwerdevorgängen ist eine Beschwerde per E-Mail zu solchen Vorgängen nicht hilfreich.

Zum Schluss geben die Verbände noch folgenden Hinweis: Wer sich bei der Wettbewerbszentrale über vermeintlich kostenlose Angebote beschweren möchte, sollte wissen, dass die Wettbewerbszentrale nicht dabei behilflich sein kann, Privatpersonen vor weiteren Repressalien zu schützen. Die Wettbewerbszentrale kann jedoch mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln dafür sorgen, dass den Anbietern unlautere Angebote untersagt werden.

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