Nachtstromanbieter im Abwärtstrend

Noch immer sind es über eine Millionen Verbraucher, die über Nachtstromanbieter ihre Heizwärme beziehen. Viele von diesen sind aber immer unzufriedener mit ihren Tarifen, da die Erhöhungen für Strompreise nicht vor ihnen halt machen. Ganz im Gegenteil erweisen sie sich für Kunden der Nachtstromanbieter als noch kostenintensiver als für Bezieher von Gas, Öl oder Ähnlichem.

War Nachtstrom vor Jahrzehnten noch sinnvoll und ergiebig, werden seine Nachteile immer offensichtlicher. Die Energieeinsparverordnung aus dem Jahre 2009 besiegelte dann das Schicksal der Elektroheizung im Allgemeinen und der Nachtspeicherheizung im Besonderen: Bis 2020 müssen viele Verbraucher umrüsten. Ein Umstand, der die Nachtstromanbieter beunruhigen dürfte.

Nachtstromanbieter: Ein kurzer Überblick

Stromheizungen, allen voran die Nachtspeicherheizungen, hatten vor rund vierzig Jahren Hochkonjunktur. Sie waren attraktiv, da sie die Arbeit und den Dreck mit Kohle und Öl ablösten. Gleichzeitig wurde günstiger Strom während der Nacht zum Aufladen der Heizung benutzt und vom Nachtstromanbieter zu einem besonderen Tarif an die Kunden abgegeben. Tagsüber entladen sich die Nachtspeicherheizungen, in dem sie die Energie als Wärme abgeben. Durch die enormen Preiserhöhungen der letzten Jahre, auch seitens der Nachtstromanbieter, ist diese Art des Heizens allerdings immer unwirtschaftlicher geworden.

Stromtarife Wer mit Nachtstrom heizt, heizt teuer. Dazu tragen nicht nur die hohen Strompreise bei, sondern auch die Tatsache, dass man beim Nachstromanbieter kaum eine Wahl hat. (Foto / Abb.: winterling / iStockphoto.de)

Nachtstromanbieter: Zu wenig Wettbewerb

Doch obwohl das Ende des Heizstroms, wenn auch auf eher lange Sicht, absehbar ist, hält es die Nachtstromanbieter nicht davon ab, weiterhin für dieses ineffiziente System zu werben. Bereits 2009 hatte das Bundeskartellamt ein Verfahren gegen Zulieferer von Heizstrom eingeleitet. Der Vorwurf: Die Anbieter würden keinen Wettbewerb aufkommen lassen. Der Ausgang war zuerst eine Pleite für die Nachtstromanbieter, da sie nun verpflichtet waren, "Maßnahmen zur Marktöffnung" vorzunehmen. Die übrigen Stromanbieter scheuen jedoch die bürokratischen und finanziellen Hindernisse, die sie sich als Nachtstromanbieter unter Umständen aufbürden müssten. So bleibt Verbrauchern, die mit Strom heizen, meist nur der örtliche Grundversorger zur Auswahl.

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