Bei Abschaltung

Zwischenfall beim AKW Philippsburg: "Leicht kontaminiertes" Wasser im Rhein

Bei der Abschaltung des Blocks 1 des Atomkraftwerks Philippsburg zur Jahresrevision ist am Wochenende radioaktiv belastetes Wasser in den Rhein gelangt. Nach Angaben des baden-württembergischen Umweltministeriums vom Montag war das Wasser "leicht kontaminiert".

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Philippsburg/Stuttgart (ddp-bwb/sm) - Einer ersten Abschätzung des Betreibers zufolge betrage die gesamte in den Rhein "ungeplant abgeleitete Aktivitätsmenge" knapp 1 Mega Becquerel. Dies entspreche weniger als einem Prozent des errechneten zulässigen Tageswertes.

Das Ministerium fügte hinzu: "Die abgeleitete Aktivitätsmenge ist also im Vergleich zu dem zulässigen Tageswert gering. Dies bedeutet gleichzeitig, dass die maximale zusätzliche effektive Dosis durch diese Freisetzung für die Bevölkerung vernachlässigbar klein ist." Die Ursachen für den Vorfall würden derzeit ermittelt. Neben technischen Ursachen könnten dabei "auch organisatorische Aspekte eine Rolle gespielt haben".

Das Umweltministerium wurde den Angaben zufolge am Montagvormittag vom Betreiber über das Ereignis unterrichtet, das in der Nacht von Samstag auf Sonntag eingetreten ist. Gutachter des Ministeriums untersuchen nun den Vorfall "bezüglich Ablauf, Ursachen, Auswirkungen und Konsequenzen". Die Landesanstalt für Umweltschutz wurde beauftragt, vor Ort die erforderlichen Messungen "zur Beweissicherung und zur Absicherung der radiologischen Beurteilung der Lage" vorzunehmen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Hochspannungsmasten

    Atomkraftwerke werden vom Netz genommen - der aktuelle Stand

    Die Bundesregierung will alle 17 deutschen Atomkraftwerke in den nächsten drei Monaten einem eingehenden Sicherheitscheck unterziehen. Die sieben ältesten und der derzeit ohnehin stillgelegte Pannenreaktor Krümmel sollen in dieser Zeit vom Netz gehen. So sieht der aktuelle Stand bei der Abschaltung aus.

  • Stromnetz Ausbau

    Block 1 des AKW Philippsburg ist vom Netz

    Der Energiekonzern EnBW hat den Block 1 des Kernkraftwerks Philippsburg vom Netz genommen. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, soll während des Stillstandes ein Brennelement ausgetauscht werden. In der Anlage war nach der Revision im Sommer ein Hinweis auf einen Defekt an einem solchen Element festgestellt worden.

  • Energieversorung

    Atomausstieg beginnt: Tschüss Stade!

    E.ON-Vorstandsmitglied Walter Hohlefelder und der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander wollen heute den Schalter umlegen und das Atomkraftwerk Stade nach 32-jähriger Betriebszeit abschalten. Damit beginnt in Deutschland der im Juni 2001 von Bundesregierung und Energiewirtschaft vereinbarte Atomausstieg.

  • Stromnetz Ausbau

    AKW Philippsburg: Bericht der Landesamtomaufsicht unzureichend

    Bei den EnBW-Atomkraftwerken seien vertiefte sicherheitstechnische Kontrollen erforderlich, hat Umweltminister Trittin gestern bekannt gegeben. Morgen trifft sich die Reaktorsicherheitskommission zu einer Sondersitzung.

  • Strompreise

    Nach Vorfall: Block 2 von Philippsburg wird bis zur Klärung abgeschaltet

    Nach Ansicht von Bundesumweltminister Jürgen Trittin stellt ein Vorfall im AKW Philippsburg vom August 2001 die Zuverlässigkeit des Betreibers EnBW in Frage. Nach einer Krisensitzung am Wochenende gab die EnBW bekannt, Block 2 des Werks freiwillig abzufahren.

Top