Vorwürfe

Zweifel an Zuverlässigkeit der Castor-Transportfirma

Umweltschützer fordern den Stopp aller geplanten Castortransporte in die Atommüllzwischenlager Gorleben, Ahaus und Greifswald. Grund seien Zweifel an der Zuverlässigkeit der für den Transport zuständigen Gesellschaft für Nuklearservice (GNS). Offenbar fehlen Nachweise bei sicherheitsrelevanten Verfahren.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Gorleben (ddp/red) - Das teilte am Mittwoch die Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg mit. Die GNS ist ein Tochterunternehmen großer Energiekonzerne. Sie wickelt Castortransporte ab und betreibt die Zwischenlager in Gorleben und Ahaus.

Die Bürgerinitiative berief sich bei ihrer Kritik auf Unterlagen der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM). Darin wird die GNS beschuldigt, notwendige Nachweise bei sicherheitsrelevanten Schweißverfahren für den Bau von Tragkörben in neuartigen Castor Behältern nicht liefern zu können.

"Das heißt, die GNS fertigt neue Behälter, obwohl für die Eignung des Schweißverfahrens von Tragkörben im Innern der Behälter keine Nachweise vorgelegt wurden", sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Das sei "starker Tobak", denn die Tragkörbe dienten der Fixierung und dem Schutz der Brennelemente bei einem Aufprall und Erschütterungen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Energieversorung

    19.000 Polizisten sollen die Castoren schützen

    Der Countdown läuft: Für den vorerst letzten Castor-Transport ins Zwischenlager Gorleben am 24. November rüsten sich alle Beteiligten. Die Atomkraftgegner proben den Protest und kündigen "breiten Widerstand" an, die Beamten planen den äußerst unbeliebten Großeinsatz mit rund 19.000 Polizisten.

  • Stromnetz Ausbau

    Castor-Behälter dürfen nicht mehr fotografiert werden

    Die Castor-Behälter im Zwischenlager Gorleben dürfen nach Angaben des Betreibers Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) aus Sicherheitsgründen nicht mehr gefilmt oder fotografiert werden. Das habe sicherheitspolitische Hintergründe, hieß es am Montag von Seiten der GNS.

  • Stromnetz Ausbau

    Atomares Zwischenlager erreicht Kapazitätsgrenze

    Die für diesen Herbst sowie Frühjahr 2011 angekündigten Castortransporte ins Zwischenlager Nord nach Lubmin könnten auch die letzten sein. In einem Radiobericht heißt es, die Kapazitäten des Zwischenlagers für Castoren seien danach erschöpft. Für anderen radioaktiven Abfall gilt das nicht.

  • Stromnetz Ausbau

    Bundesamt genehmigt Castortransport nach Gorleben

    Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat den Transport von elf Behältern mit hoch radioaktiven Abfällen nach Gorleben genehmigt. Wann die Castoren nach Gorleben kommen, ist noch unklar. Atomkraftgegner rechnen mit einem Transport im Herbst. Das wird jedoch nicht der letzte Transport aus La Hague sein.

  • Hochspannungsleitung

    Umweltschützer laufen Sturm gegen neue Atomanlage

    Die Pläne zum Bau einer weiteren atomaren Anlage zur Behandlung von Atommüll in Gorleben sind auf massiven Protest von Oppositionsparteien und Umweltschützern gestoßen. Gleichzeitig wurden Befürchtungen laut, in die neue Fabrik könnten auch von außerhalb radioaktive Abfälle zur Konditionierung gebracht werden.

Top