Rückbau

Zwei Kühltürme eines Kraftwerks in Gelsenkirchen gesprengt

In Gelsenkirchen sind am Sonntag zwei Kühltürme des E.ON-Kraftwerks Scholven gesprengt worden. Nach Angaben des Unternehmens verlief die Sprengung, die Teil des Rückbaus der Blöcke G und H war, wie geplant. Rund 500 Anwohner beobachteten den Vorgang aus sicherer Entfernung.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Gelsenkirchen (ddp-nrw/sm) - Die Naturzugkühltürme waren laut E.ON 115 Meter hoch und wogen jeweils 11.000 Tonnen. Ihr Durchmesser betrug am Fuß etwa 96 Meter, an der sogenannten Taille 60 Meter und am oberen Rand etwa 65 Meter.

Um die Anwohner zu schützen, waren umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen worden. Die zuständigen Behörden, die Stadt Gelsenkirchen sowie die beauftragte Thüringer Sprenggesellschaft, hatten einen Kreis mit einem Radius von etwa 300 Metern um die Kühltürme zur Sicherheitszone erklärt. Dort durften sich während der Sprengung keine Menschen aufhalten.

Der Rückbau der Blöcke war den Angaben zufolge Ende März 2007 von der Eigentümerin, der Kraftwerk Buer GbR, beschlossen worden. Diese GbR war 1970 von den Vorgängern der heutigen Gesellschaft, RWE Power und E.ON Kraftwerke, zum Bau und Betrieb der beiden Blöcke gegründet worden. Der Rückbau soll im November 2009 beendet sein. Dann soll die Fläche für die Weiterentwicklung des Kraftwerksgeländes zur Verfügung stehen.

Das Kraftwerk Scholven ist nach E.ON-Angaben das größte Steinkohlekraftwerk in Deutschland und liefert etwa drei Prozent des deutschen Strombedarfs. Die sechs Kraftwerksblöcke mit einer Gesamtleistung von rund 2200 Megawatt produzieren außer Strom auch Fernwärme und Prozessdampf für die umliegenden Industriebetriebe.

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