Milliardeninvestitionen geplant

Zusammenfassung: Klingelnde RWE-Kasse durch hohe Energiepreise

Höhere Energiepreise lassen bei Deutschlands größtem Stromversorger, dem Essener Energie- und Wasserkonzern RWE, die Kassen klingeln. Im Vorjahr konnte RWE trotz eines Umsatzrückgangs um vier Prozent den bereinigten Nettogewinn gegenüber 2003 um zehn Prozent auf 2,1 Milliarden Euro steigern.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Essen (ddp-nrw/sm) - Auch für 2005 zeigt sich RWE optimistisch und will das Ergebnis bei erneut leicht sinkendem Umsatz "im einstelligen Prozentbereich" verbessern. "Der Konzern steht auf festen Beinen", sagte Vorstandschef Harry Roels heute bei Vorlage der Bilanz in Essen. Und: Nach der jüngsten Anhebung der Strompreise zum Jahresanfang müssen sich die Verbraucher im Gesamtjahr nicht mehr auf weitere Preiserhöhungen einstellen. Erst zum Jahresende will das RWE-Management nach eigenen Angaben wieder über die künftige Preisgestaltung entscheiden.

Von der Regulierung erwartet Roels zwar zunächst Nachteile für die Wirtschaftlichkeit der deutschen RWE-Netze. Er bekräftigte aber, dass RWE in den nächsten 15 Jahren zwölf Milliarden Euro in den deutschen Kraftwerkspark investieren werde. Schlüsselprojekt sei das neue Braunkohlekraftwerk Neurath bei Köln. Die "endgültige Entscheidung" über den Bau werde RWE im Herbst treffen. Von 2005 bis 2009 wird RWE laut Roels international insgesamt 20 Milliarden Euro an Sachinvestitionen tätigen.

Neben seinen europäischen und amerikanischen Hauptmärkten ist RWE auch am russischen Energiemarkt interessiert. Roels bestätigte Gespräche mit dem Gasriesen Gazprom und das Interesse an möglichen gemeinsamen Projekten. Nähere Angaben dazu machte er aber nicht. Medienberichten zufolge ist RWE an der Erschließung neuer Gasfelder in Russland und am Bau der geplanten neuen Ostsee-Pipeline interessiert. Auch RWE-Hauptwettbewerber E.ON bemüht sich um eine Kooperation mit Gazprom.

Vom florierenden RWE-Geschäft profitieren auch die Aktionäre. Für 2004 will der Konzern die Vergütung je Aktie um 20 Prozent auf 1,50 Euro anheben. Bis 2006 soll die Dividende jährlich um durchschnittlich 15 Prozent zulegen. Die große Mehrheit der RWE-Aktien ist mit einem Anteil von 89 Prozent im Streubesitz, nachdem die bisherigen Großaktionäre Münchener Rück und Allianz ihre Beteiligungen auf jeweils unter fünf Prozent verringert haben.

Vor allem bedingt durch Verkäufe von Beteiligungen (Consol, Heidelberger Druckmaschinen) im Zuge der Konzentration auf das Kerngeschäft Energie und Wasser ging der Umsatz 2004 um vier Prozent auf 42 Milliarden Euro zurück und soll 2005 erneut leicht sinken. In den vergangenen zwei Jahren hatte sich RWE nach eigenen Angaben von Beteiligungen im Wert von mehr als fünf Milliarden Euro getrennt.

Von Frank Bretschneider

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