Info-Kampagne

Zusammenfassung: Deutschland hat unendlich viel Energie

In der "Essener Deklaration" verpflichten sich die Unterzeichner aus der Erneuerbere-Energien-Branche zu einem jährlichen Wachstum von mehr als zehn Prozent, einem Exportvolumen von 15 Milliarden Euro pro Jahr sowie einer Senkung der Kosten um durchschnittlich 40 Prozent. Dazu wurde auch eine Info-Kampagne gestartet.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (ddp-nrw/sm) - Die Nutzung der erneuerbaren Energienquellen soll bis 2020 zu einer dynamischen Schlüsselindustrie Deutschlands werden. Wie die Unternehmen der Branche in dieser Woche in Essen mitteilten, sollen in den kommenden 15 Jahren in Deutschland etwa 200 Milliarden Euro in die Technik zur Energiegewinnung aus Wind, Sonne, Wasser, Bioenergie und Erdwärme investiert werden. Die Zahl der Arbeitsplätze soll von derzeit 130 000 auf dann über 500 000 gesteigert werden.

In der so genannten Essener Deklaration bekannten sich Verbände und Unternehmen am Mittwoch zu diesen sowie weiteren ehrgeizigen Zielen und gaben den Startschuss für die bundesweite Info-Kampagne "Deutschland hat unendlich viel Energie". Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) und der Direktor des UN-Umweltprogramms, Klaus Töpfer, begrüßten die Anstrengungen.

Bis 2020 wollen die Unternehmen mehr als 20 Prozent des deutschen Bedarfs an Strom, Wärme und Kraftstoffen decken. "Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien werden zukunftsfähige Jobs geschaffen, Milliardenkosten für Energieimporte eingespart und Schäden an Mensch und Umwelt vermieden", erklärte der Präsident des Bundesverbands Erneuerbare Energie, Johannes Lackmann.

In der "Essener Deklaration" verpflichten sich die Unterzeichner zu einem jährlichen Wachstum von mehr als zehn Prozent, einem Exportvolumen von 15 Milliarden Euro pro Jahr sowie einer Senkung der Kosten für erneuerbare Energien um durchschnittlich 40 Prozent. Zudem soll durch die Umstellung auf die nachwachsenden Energiequellen der nationale Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid um 270 Millionen Tonnen jährlich reduziert werden. Durch diese Maßnahmen soll Deutschland im Jahr 2020 Öl-, Gas- und Kohleimporte im Wert von 20 Milliarden Euro einsparen. Die Info-Kampagne dazu läuft über drei Jahre.

NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) verwies darauf, dass der Startschuss für die Kampagne in NRW - dem Energieland Nr. 1 - gegeben wurde. Im Bereich der regenerativen Energien hätten in NRW im Jahr 2003 knapp 15 000 Menschen gearbeitet - davon allein 3000 Beschäftigte im Industriesektor. Die etwa 2200 in diesem Bereich arbeitenden Firmen hätten einen Umsatz von 3,7 Milliarden Euro erwirtschaftet. "Wir müssen unsere Abhängigkeit vom Erdöl schnell vermindern, um das Klima zu schützen, das Ökosystem Erde zu erhalten und nachkommenden Generationen eine lebenswerte Umwelt zu überlassen", betonte die Ministerin. Wegen der ländlichen Struktur eigne sich NRW vor allem für den Ausbau der Energieerzeugung aus Biomasse hervorragend.

Von Michael Bosse

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