Umfrage

ZEW: Strompreis wird weiter steigen

Mit einem Preisanstieg bei Strom, Rohöl, Mineralöl und Erdgas ist zu rechnen. Das ZEW-Energiemarktbarometer, eine halbjährliche Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, unter knapp 180 Experten der Energiewirtschaft, zeichnet ein ungünstiges Bild bezüglich der künftigen Entwicklung der Energiepreise.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

So gehen 80 Prozent der befragten Experten von einem deutlichen Anstieg der Strompreise in den nächsten fünf Jahren aus, und immerhin 52 Prozent halten eine Erhöhung der Strompreise noch im laufenden Jahr für wahrscheinlich. Die Verringerung der Strompreise für Privatkunden um etwa 20 Prozent, die die Liberalisierung der Elektrizitätsmärkte seit 1999 mit sich gebracht hatte, wäre damit bereits Ende 2003 wieder aufgezehrt. Ursache für die pessimistische Einschätzung der künftigen Entwicklung der Strompreise sind laut ZEW das Erneuerbare-Energien-Gesetz, die hohen Netznutzungsentgelte in Deutschland sowie die zu erwartende Kapazitätsverringerung durch den beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie.

Bei den Rohölpreisen erwarten die Experten kurzfristig zwar eine Entspannung bei der Preisentwicklung, langfristig geht jedoch auch hier eine Mehrheit von 51 Prozent von steigenden Preisen aus. Durch den engen Zusammenhang zwischen Rohöl- und Mineralölpreis ergibt sich bei beiden ein ähnliches Bild. Allerdings ist der Prozentsatz der Experten, die bereits im zweiten Halbjahr diesen Jahres mit steigenden Mineralölpreisen rechnen, mit 25 Prozent deutlich höher als beim Rohöl und auch der Anteil derer, die auf Sicht von fünf Jahren von einem Preisanstieg ausgehen, ist mit 60 Prozent größer, so das ZEW.

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