Umfrage

ZEW: Experten uneins über Regulierung der Ölmärkte

Die weltweite Finanzmarktkrise ebenso wie der Anstieg und Fall des Ölpreises haben eine neue Debatte über Spekulation und verschärfte Regulierung entfacht. Doch die Meinungen der Experten, die im Rahmen des ZEW-Energiemarktbarometer befragt wurden, gehen bei der Frage, ob eine stärkere Regulierung sinnvoll ist, auseinander.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Mannheim (sm) - Auf die Frage, ob sie in Zukunft Regulierungsvorstöße zur Eindämmung der Spekulation an den Ölmärkten erwarten, antwortete eine überwältigende Mehrheit von 83 Prozent der Experten mit nein. Knapp 80 Prozent halten eine Regulierung auch für grundsätzlich nicht durchsetzbar.

Regulierung nicht durchsetzbar, aber sinnvoll

Bei der Frage, ob eine stärkere Regulierung der Ölmärkte sinnvoll wäre, ergibt sich dagegen ein ganz anderes Bild. Eine knappe Mehrheit von 52 Prozent der Experten bejaht eine stärkere Regulierung, rund 48 Prozent halten nichts davon, den Handel an den Ölmärkten unter stärkere Aufsicht zu stellen.

Demzufolge gehen offenbar viele der Befragten davon aus, dass der Ölpreisanstieg auf rund 145 US-Dollar und der Fall auf knapp über 30 US-Dollar wohl nicht nur wirtschaftlichen Entwicklungen geschuldet war, sondern auch Spekulationen dazu beigetragen haben, kommentiert Tim Mennel, Energiemarktexperte am ZEW, die Umfrage. Allerdings zeigt die Befragung auch, dass trotz des möglichen Einflusses von Spekulation auf die Ölpreisbildung die Chancen für eine stärkere Regulierung pessimistisch eingeschätzt werden.

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