Umfrage

ZEW erwartet Preisanstieg bei Strom und Erdgas

Bei Kohle, Erd- und Mineralöl dürften die Preise laut einer aktuellen Umfrage des Mannheimer ZEW kurzfristig stabil bleiben. Allerdings sei auch bei diesen Energieträgern auf Sicht von fünf Jahren mit einer weiteren Verteuerung zu rechnen. Beim Strom gehen 55 Prozent der Experten von einem baldigen Preisanstieg aus.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Mannheim (ddp/sm) - Die Preise für Erdgas und Strom werden im nächsten halben Jahr voraussichtlich weiter steigen. Darauf weise das aktuelle Energiemarktbarometer hin, teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) nach seiner halbjährlichen Umfrage unter über 200 Experten aus Wissenschaft, Energieversorgungs-, -Handels- und Dienstleistungsunternehmen mit.

Bei Kohle, Erd- und Mineralöl dürften die Preise demnach kurzfristig stabil bleiben. Allerdings sei auch bei diesen Energieträgern auf Sicht von fünf Jahren mit einer weiteren Verteuerung zu rechnen. Beim Strom gehen 55 Prozent der Experten von einem Preisanstieg in den nächsten sechs Monaten aus. 44 Prozent erwarten stagnierende Preise. Fast niemand sehe die Strompreise sinken, teilte das ZEW weiter mit. Auf Sicht von fünf Jahren sei sogar eine deutliche Mehrheit von fast 80 Prozent der Befragten überzeugt, dass die Strompreise steigen werden.

Mit einer Verteuerung bei Erdgas rechnen 69 Prozent der Experten. Nur 27 Prozent gehen von einem stagnierenden und lediglich vier Prozent von einem sinkenden Gaspreis aus. Auch langfristig rechnet der Umfrage nach die große Mehrheit nicht mit Entspannung. Ein Grund könnte laut ZEW die verzögerte Angleichung des Erdgaspreises an den Ölpreis sein, der in der Vergangenheit stark gestiegen ist. Darüber hinaus dürfte die Erwartung, dass weitere Gaskraftwerke in Europa gebaut werden, zu den Preistreibern gehören.

Der Preis von Erdöl wird nach Ansicht der Hälfte der Experten neben den marktüblichen Schwankungen auf dem erreichten Niveau verharren. Auf Sicht von fünf Jahren rechnen etwa 70 Prozent der Experten mit einem steigenden Preis. 20 Prozent sehen stagnierende Preise, nur zehn Prozent ein Sinken. Bei Kohle erwarten 32 Prozent steigende Preise. 58 Prozent gehen von stagnierenden Werten aus. Langfristig rechnen 52 Prozent der Befragten mit einem steigenden und lediglich rund 37 Prozent mit einem stagnierenden Kohlepreis.

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