Energiemix

ZEW-Barometer: Gaskraftwerken gehört die Zukunft

Halbjährlich befragt das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung 200 Experten im Rahmen des ZEW-Energiebaromters zu ihren Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung auf nationalen und internationalen Energiemärkten. Diesmal war sich die Mehrheit einig darüber, dass vorallem der Energieträger Gas von den Veränderungen profitieren wird.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Mannheim (red) - Der beschlossene Ausstieg aus der Kernenergie und der Erneuerungsbedarf bei Kraftwerken in Deutschland werden künftig zu einer deutlichen Veränderung des Energiemixes bei der Stromerzeugung führen. Profitieren wird von dieser Entwicklung vor allem der Energieträger Gas. Davon geht zumindest die Mehrheit der im Rahmen des ZEW-Energiebaromters befragten 200 Energiewirtschaftsexperten aus.

Fast 84 Prozent der Teilnehmer an der aktuellen Befragung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erwarten, dass sich in den kommenden zehn Jahren der Anteil der Gaskraftwerke an der Stromerzeugung in Deutschland erhöhen wird. Im Gegensatz dazu wird die Kohle vom Bedarf an neuen Kraftwerken keinen Nutzen haben, so die Einschätzung der rund 200 Experten aus Energieversorgungs-, Energiehandels- und Energiedienstleistungsunternehmen sowie der Wissenschaft, die das ZEW seit Anfang 2003 halbjährlich befragt. Bei Braunkohle rechnen 54 Prozent und bei Steinkohle 47 Prozent der Befragten mit einem stagnierenden Anteil an der deutschen Stromerzeugung. Von einem sinkenden Anteil an der Stromerzeugung gehen bei Braunkohle 37 Prozent und bei der Steinkohle 42 Prozent der Befragten aus.

Atomkraft- sowie Braun- und Steinkohlekraftwerke seien derzeit die für die Stromerzeugung in Deutschland wichtigsten Grundlastkraftwerke. Der Ausstieg aus der Kernenergie sowie der erwartete Rückgang der Bedeutung von Kohlekraftwerken werfe die Frage auf, welcher Energieträger neben Gas noch in Frage kommt, um in Zukunft den Strombedarf in Deutschland zu decken. Aus der Reihe der erneuerbaren Energien hätte am ehesten die Biomasse das Potenzial, den entstehenden Grundlastbedarf mit zu decken, heißt es im Energiebarometer.

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