Zeus-Privatkunden: Wie geht es jetzt weiter?

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com
Dass die Hamburger Zeus Strom AG Insolvenzantrag gestellt hat, betrifft nicht nur die Vertriebspartner und Elektrizitätsversorger, sondern auch die Kunden. Dass sie nicht im Dunkeln sitzen werden, ist mittlerweile sicherlich allen klar, greift doch bei dem Ausfall des Versorgers die Versorgungspflicht des Netzbetreibers. Aber worauf sollte man bei der weiteren Vorgehensweise achten? Ella Castello von der Hamburger Verbraucherschutzzentrale rät: "Ruhe bewahren und alle Vorgänge, wie etwa geleistete Zahlungen oder Briefverkehr protokollieren."


Dabei sind verschiedene Vorgehensweise denkbar: Viele Stadtwerke und Regionalversorger haben den ehemaligen Zeus-Kunden bereits mitgeteilt, dass sie derzeit von ihnen pflichtversorgt werden. Die meisten befristen diese Versorgung zunächst auf drei Monate. "Drei Monate ist ein angemessener Zeitraum, um sich - falls man das möchte - einen neuen Stromversorger zu suchen", sagte Ella Castello. Eine Nicht-Gewährung dieser Frist empfindet sie als unzulässig. Wer von seinen Stadtwerken einen Jahresvertrag zugeschickt bekommt, sollte sich an eine Verbraucherschutzzentrale in seiner Nähe wenden.


Derzeit werden auch Fälle bekannt, in denen die Regionalversorger die Schulden der Zeus Strom AG von den Kunden kassieren wollen. "Der Regionalversorger hat einen Vertrag mit der Zeus Strom AG - für nicht gezahlte Rechnungen sind also nicht die Verbraucher, sondern die Zeus Strom AG zuständig", stellt die Hamburger Verbraucherschützerin klar. Die Kunden dürften auf keinen Fall zwei mal für ihren Strom bezahlen.


Die Entscheidung liegt letztlich beim Kunden: Auf Altbewährtes zurück greifen und damit möglicherweise wieder mehr Geld für den Strom bezahlen - oder den neuen Anbietern noch eine Chance geben, und damit den Wettbewerb am Leben halten - seine Prioritäten muss jeder selbst setzen.

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