Eilantrag bei Gericht

Zeitungsbericht: Fusionsverzögerung kostet Vattenfall Millionen

Wie der Tagesspiegel in seiner heutigen Ausgabe berichtet, kostet die durch Anfechtungsklagen mehrerer Kleinaktionäre Blockierung der Fusion von Vattenfall und Bewag monatlich mehr als 2,8 Millionen Euro. Aus diesem Grund hat die Bewag beim Landgericht Berlin einen Eilantrag auf Freigabe der Handelsregistereintragung eingereicht.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Dem Zusammenschluss der Energieversorger Vattenfall Europe und Bewag zum drittgrößten deutschen Stromversorger drohen Verzögerungen und finanzielle Einbußen. Jeder Monat Verzug kostet die Bewag nach eigenen Berechnungen 2,85 Millionen Euro. Das Unternehmen spricht in internen Unterlagen, die dem Tagesspiegel (Donnerstagausgabe) vorliegen, von "immensen wirtschaftlichen Nachteilen".

Anfechtungsklagen mehrerer Kleinaktionäre gegen Beschlüsse der letzten Hauptversammlungen von Bewag und Vattenfall Europe blockieren derzeit dem Zeitungsbericht zufolge den Vollzug der Fusion. Deshalb drückt der Stromkonzern jetzt aufs Tempo. Die Bewag hat beim Landgericht Berlin einen Eilantrag auf Freigabe der Handelsregistereintragung eingereicht. Denn erst mit diesem Schritt können die beiden Unternehmen verschmolzen und wirtschaftliche und steuerliche Vorteile genutzt werden, heißt es in dem Bericht weiter.

Im Detail rechnet die Bewag dem Gericht nicht realisierbare Spareffekte von 43,2 Millionen Euro für das gesamte Jahr vor. Bei Vattenfall Europe bringe die Verzögerung allein für 2002 Zinsbelastungen von 47 Millionen Euro, heißt es in dem Papier. Die neue Gruppe sei in einer gefährlichen Situation, in der "die Großen bereits zum Schlag" ausholen, während sich Bewag und Vattenfall wegen der "hängengebliebenen Fusion noch sortieren."

Weiterführende Links
Das könnte Sie auch interessieren
  • Atomenergie Gefahr

    Stresstest: Nicht genug Atom-Rückstellungen für den "Worst Case"

    Der Stresstest zu den Rückstellungen der Atomkonzerne sorgt für Unstimmigkeiten in der Politik. Während Sigmar Gabriel die Ergebnisse dahin gehend interpretiert, dass die Gelder der Konzerne ausreichen werden, warnt die Opposition davor, sich auf den Ergebnissen auszuruhen. Der Test zeigt auch, dass die Rückstellungen bei ungünstigen Umständen bei weitem nicht ausreichen würden.

  • Strommast

    Größtes Stromnetz Deutschlands steht zum Verkauf

    In Berlin steht das größte Stromnetz Deutschlands zum Verkauf. Doch wer soll die Berliner Leitungen übernehmen? Eine neue Generation Stromrebellen macht etablierte Unternehmen wie Vattelfall richtig nervös. Auch in Hamburg droht Vattenfall seine Anteile zu verlieren. Geht die Rekommunalisierung weiter?

  • Hochspannungsleitung

    Bewag-Vorstand: Wohlers folgt auf Schulten

    Für den bisherigen Finanzvorstand Dr. Rudolf Schulten, der als Vorstandsvorsitzender zur Mannheimer MVV Energie AG wechselt, wird Manfred Wohlers zum 1. April im Bewag-Vorstand tätig sein. Auch der bisherige Vorstandssprecher Hans-Jürgen Cramer wurde abberufen, er wird nun ausschließlich im Vattenfall-Vorstand Verantwortung übernehmen.

  • Strompreise

    Bewag erhält Preis für Denkmalpflege 2002

    Seit 1997 arbeitet das Unternehmen intensiv an der Erhaltung und Umnutzung dieser historischen Bauten. Die Bewag hat sie nicht durch Leerstand sich selbst oder dem Abriss überlassen, sondern durch Nutzungswandlung den Akzent des Gebäudebestandes verschoben und damit Berlin um denkmalgeschützte Bausubstanzen bereichert.

  • Stromtarife

    "Die Welt": MVV-Vorstandspoker in letzter Runde

    Im September wird beim fünftgrößten deutschen Stromversorger der Chefposten frei. Informationen der Tageszeitung "Die Welt" zufolge, gibt es drei "heiße" Kandidaten für die Nachfolge: Bewag-Finanzvorstand Rudolf Schulten, EVO-Chef Karl-Heinz Trautmann und Dieter Oesterwind, Vertriebsvorstand der Stadtwerke Düsseldorf.

Top