Geduld bei Gaskartell

Zeitung: Treffen der Gasexporteure in Moskau abgesagt

Russland muss sich bei seinen Plänen für ein Gaskartell nach Vorbild der OPEC weiter gedulden. Ein Gazprom-Sprecher sagte der Zeitung "Die Welt", ein für Mitte November in Moskau geplantes Treffen des Forums der Gas exportierenden Staaten (GECF) werde auf kommendes Jahr vertagt.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (AFP/sm) - Die Teilnehmerstaaten wollten sich erst einmal über gemeinsame Positionen beim Erdgasexport klar werden, sagte Gazprom-Sprecher Sergej Kuprianow dem Blatt.

Kuprianow rechnet laut "Welt" damit, dass das für den 17. und 18. November geplante Treffen "wohl erst nach den Neujahrsfeiertagen" nachgeholt werden könne. Einer der Streitpunkte ist demnach offenbar der Standort des Hauptquartiers der neuen Organisation. Als Favoriten gelten Moskau und Doha, wie die Zeitung berichtete.

Das GECF ist ein loser Zusammenschluss, der seit 2001 weitgehend alle relevanten Gasliefer-Staaten der Welt versammelt. Vor allem Moskau dringt darauf, die Liefermacht der Gas-Förderländer besser zu nutzen. Zusammen mit Katar und dem Iran vereinbarte Russland bereits eine stärkere Zusammenarbeit. In den drei Staaten lagern rund 60 Prozent der weltweiten Gasvorkommen.

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