Machtkampf

Zeitung: Stadtwerke Halle verlassen VNG-Beteiligungsgesellschaft

Der ostdeutsche Energieversorger Verbundnetz Gas AG (VNG) muss weiter um seine Eigenständigkeit bangen. Die Stadtwerke Halle verlassen einem Zeitungsbericht zufolge zum Ende des Jahres die Beteiligungsgesellschaft VNG-VuB.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Leipzig/Erfurt (ddp/sm) - Das berichtete die in Erfurt erscheinenden "Thüringer Allgemeine" in ihrer Ausgabe vom Samstag. Das Vorhaben trifft mitten in den Machtkampf um den Einfluss bei dem Leipziger Gasversorger und würde den Kreis von Ost-Kommunen, die an VNG beteiligt sind, verkleinern.

Der Oldenburger Energieversorger EWE, der bereits 47,9 Prozent an dem Leipziger Unternehmen hält, will seine Beteiligung weiter ausbauen und die Anteile der ostdeutschen Stadtwerke an der VNG übernehmen. Dadurch würden diese ihre Sperrminorität von 25 Prozent verlieren und EWE könnte seinen Anteil auf über 50 Prozent anheben. Die Stadtwerke Jena haben dem Blatt zufolge bereits im Januar vereinbart, der EWE ihren Anteil von etwa einem Prozent zu übertragen. Die restlichen Stadtwerke in der VNG-VuB klagen nun gegen diesen Schritt. Sie befürchten, ihre Sperrminorität von 25 Prozent Anteil zu verlieren.

Der Geschäftsführer der VNG-VuB, Andreas Reinhardt, sagte der Zeitung, die Gesellschaft sei mit den Stadtwerken Halle im Gespräch, um deren Anteile übernehmen zu können. Er gehe davon aus, dass dies geschehen werde. Eine Sprecherin der Stadtwerke Halle sagte hingegen, es stehe noch nicht fest, was das Unternehmen nach dem Austritt mit seinen Anteilen von 3,68 Prozent an der VNG vorhabe.

Die sächsische Staatsregierung befürchtet eine Verlagerung des Firmensitzes, sollte EWE die Oberhand bei dem Leipziger Gasversorger bekommen. Damit würde Ostdeutschland seinen größten eigenständigen Konzern verlieren.

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