Kündigungen verhindern

Zeitung: Schwarz-Gelb will RAG-Großaktionäre in die Pflicht nehmen

Der Druck auf E.ON, RWE und Thyssen-Krupp steige, berichtete die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ/Samstagausgabe). Wie aus Parteikreisen verlaute, sollten die Unternehmen in die Pflicht genommen werden, Ersatzarbeitsplätze für ausscheidende Bergleute bereit zu stellen.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (ddp-nrw/sm) - Die Großaktionäre der RAG sollen laut einem Zeitungsbericht nach dem Willen der künftigen schwarz-gelben Landesregierung mithelfen, betriebsbedingte Kündigungen im Bergbau zu verhindern. Der Druck auf E.ON, RWE und Thyssen-Krupp steige, berichtete die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ/Samstagausgabe). Wie aus Parteikreisen verlaute, sollten die Unternehmen in die Pflicht genommen werden, Ersatzarbeitsplätze für ausscheidende Bergleute bereit zu stellen.

Die von CDU und FDP geplanten Einschnitte bei den Steinkohle-Beihilfen werden nach Ansicht des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) nicht zu einer signifikanten Erhöhung der Arbeitslosenzahlen im Revier führen. Zu dem bereits im Juli 2003 vereinbarten Abbau von Jobs müssten nach den Plänen der künftigen Landesregierung rund 5000 weitere Arbeitsplätze bis 2010 gestrichen werden, sagte der Leiter des Bereichs "Umwelt und Ressourcen" beim RWI, Manuel Frondel, der Nachrichtenagentur ddp in Essen.

Hier sei der Mutterkonzern RAG (frühere Ruhrkohle AG) gefordert, den Bergbaubeschäftigten neue Arbeitsplätze in den bergbaufernen, so genannten "weißen Bereichen" zu vermitteln, betonte Frondel. So könnten auch betriebsbedingte Kündigungen verhindert werden, sagte der Wissenschaftler. Nach Schätzungen Frondels muss neben den bereits von RAG und der Konzern-Tochter Deutsche Steinkohle AG beschlossenen vier Zechenschließungen bis 2010 aber mindestens ein weiteres Bergwerk dicht gemacht werden.

Auch aus volkswirtschaftlicher Sicht mache das langfristig geplante Auslaufen der Steinkohlensubventionen durchaus Sinn, betonte Frondel. Dadurch würden Finanzmittel frei, die für sinnvollere Aufgaben eingesetzt werden könnten. Statt die unwirtschaftliche Förderung von Steinkohle fortzusetzen, könnten die Gelder in Projekte mit Zukunftsperspektive fließen.

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