Frisches Geld

Zeitung: RWE unmittelbar vor Abtrennung der Wassersparte

Einem Bericht der "Berliner Zeitung" zufolge wird RWE seine Wassertöchter Thames Water (Großbritannien) und American Water (USA) in eine eigene AG ausgliedern und davon dann 30 Prozent auf dem Kapitalmarkt platzieren, um frisches Geld in die Konzernkasse zu spülen und dem Aktienkurs neue Impulse zu verleihen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Der Essener Energiekonzern RWE plant offenbar die Abspaltung seiner Töchter Thames Water (Großbritannien) und American Water (USA). Nach Informationen der "Berliner Zeitung" (Montagausgabe) sollen die beiden Wasserversorger in eine neue AG ausgegliedert werden, von der dann unter Führung der WestLB zunächst 30 Prozent der Anteile auf dem Kapitalmarkt platziert werden sollen.

Die spektakuläre Kehrtwende in der Konzernstrategie, die noch in dieser Woche vom eigens dafür einberufenen Aufsichtsrat abgesegnet werden solle, sei unter Wahrung strikter Geheimhaltung in enger Kooperation mit Aufsichtsrats- und WestLB-Chef Thomas Fischer vom RWE-Vorstand vorbereitet worden, schreibt die Zeitung.

Die Ausgliederung von Thames und American Water solle nicht nur frisches Geld in die Konzernkasse spülen, sondern insbesondere dem RWE-Aktienkurs neue Impulse verleihen, hieß es weiter. Auf dem Kapitalmarkt gelte die im Vergleich zu den hohen Strom- und Gasgewinnen des Konzerns weit unterdurchschnittliche Rendite der Wassersparte schon seit geraumer Zeit als entscheidendes Hemmnis für einen weiteren Anstieg des RWE-Aktienkurses.

Von der Ausgliederung nicht betroffen seien die Wasseraktivitäten des Konzerns in Deutschland sowie in Mittel- und Osteuropa. So sollen die Thames-Beteiligungen in Berlin (Wasserbetriebe) und Zagreb auf die RWE-Vertriebs- und Netztochter Energy übertragen werden. Ein Konzernsprecher sagte der Zeitung, zu Marktgerüchten äußere sich RWE grundsätzlich nicht.

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