Anträge noch nicht bewilligt

Zeitung: RWE hat Probleme mit der Strompreisaufsicht

Die nordrhein-westfälische Strompreisaufsicht weigert sich offensichtlich, den von mehreren RWE-Tochtergesellschaften im September gestellten Anträgen zur Erhöhung der Strompreise um fast sechs Prozent in voller Höhe zu entsprechen. Die Preisreferenten sind wohl auf verschiedene Ungereimtheiten gestoßen.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (ddp-nrw/sm) - Der durch die Stromrabatte für die CDU-Politiker Hermann-Josef Arentz und Laurenz Meyer in die Diskussion geratene Essener Energiekonzern RWE hat offenbar massive Probleme mit der nordrhein-westfälischen Strompreisaufsicht. Nach Informationen der "Berliner Zeitung" (Dienstagausgabe) ist Energieminister Axel Horstmann (SPD) derzeit nicht bereit, den von mehreren RWE-Tochtergesellschaften im September gestellten Anträgen zur Erhöhung der Strompreise um rund sechs Prozent in voller Höhe zu entsprechen.

Wie das Blatt schreibt, stießen Horstmanns Preisreferenten in den Antragsunterlagen gleich bei mehreren NRW-Stromversorgern auf Ungereimtheiten. So sollen in der Vergangenheit erwartete Erlöse viel zu vorsichtig kalkuliert und die dann tatsächlich bei den Unternehmen eingegangenen erheblich höheren Beträge vor der Aufsichtsbehörde verschleiert worden sein. So hätten die Regionalversorger deutlich höhere Gewinne ausschütten können.

Schön gerechnet hätten sich dem Ministerium zufolge einige Unternehmen ihre Zahlen auch bei den Abschreibungen zur Substanzerhaltung der Netzinfrastruktur. Zwar äußerte sich die Behörde nicht zu den Antragsdetails. Doch müssten die Preisreferenten auch in den Unterlagen von RWE-Töchtern auf offenkundig gravierende Ungereimtheiten gestoßen sein. Sollten die Unterlagen der betroffenen RWE-Töchter nicht entscheidend nachgebessert werden, müsse die Behörde die Preisanträge nach Angaben der Zeitung drastisch kürzen.

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