Spekulationen

Zeitung: Mibrag steht vor Verkauf (Upd.)

Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag) steht offenbar vor dem Verkauf. Die US-Gesellschafter URS und NRG Energy, die zu je 50 Prozent an dem Konzern beteiligt sind, wollen sich so schnell wie möglich von dem Unternehmen trennen.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Theißen (ddp/sm) - Das schreibt die "Leipziger Volkszeitung" in ihrer Dienstagsausgabe. Das Unternehmen wollte sich am Dienstag auf ddp-Anfrage nicht zu dem Bericht äußern.

Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) hingegen bestätigte die Verkaufsabsicht. Ein Verkauf an einen europäischen Investor könnte eine langfristige Sicherheit für das Unternehmen bedeuten, erklärte Haseloff nach Angaben einer Sprecherin. Das Unternehmen und seine Mitarbeiter seien nicht gefährdet oder existenziell bedroht. Das Ministerium werde die Mibrag unterstützen, hieß es.

Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) hatte am Dienstag noch keine Informationen zu dem geplanten Verkauf. Allerdings zeigte er sich besorgt um die 2500 Arbeitsplätze und verwies zudem auf zahlreiche Arbeitsplätze im Umfeld der Mibrag. Ein Großteil der Region Mitteldeutschland hänge an dem Unternehmen, sagte Jurk.

Als Käufer werden unter anderem Vattenfall, RWE und Electrabel gehandelt. Keiner der Beteiligten wollte gegenüber der Zeitung zu den Plänen Stellung nehmen. Hintergründe des Verkaufs sollen strategische Neuausrichtungen der beiden Mibrag-Hauptaktionäre sein.

Die in Theißen (Burgenlandkreis) ansässige Mibrag, die aus der Vereinigten Mitteldeutschen Braunkohlenwerke AG hervorging, beschäftigt den Angaben zufolge 2152 Mitarbeiter aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. 2007 förderten die Bergleute in den Tagebauen Profen und Vereinigtes Schleenhain in Sachsen insgesamt 18,6 Millionen Tonnen Rohbraunkohle. Das Unternehmen setzte im vergangenen Jahr 328 Millionen Euro um und verdiente 39,8 Millionen Euro.

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