Schreiben von Ruhrgas-Chef

Zeitung: Konflikt Zwischen Clement und Böge um Gasbezugsverträge

Die Pläne des Kartellamts, langfristige Gasbezugsverträge zu verbieten, sorgen für neuen Konfliktstoff: Die "Berliner Zeitung" berichtet von einem Brief des E.ON-Ruhrgas-Chefs an Wirtschaftsminister Clement, in dem diese Absicht als Unterminierung der sicheren Versorgung Deutschlands bezeichnet wird.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Zwischen Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) und Kartellamtspräsident Ulf Böge droht nach Presseinformationen ein handfester Konflikt. Auslöser sind die wettbewerbsrechtlichen Bedenken Böges gegen den Abschluss langfristiger Gasbezugsverträge durch die regionalen Gasversorger in Deutschland.

Nach Ansicht der großen Energieunternehmen unterminiert der Kartellamtschef mit diesem Vorstoß die langfristig sichere Versorgung Deutschlands mit Erdgas. Das gehe aus einem Schreiben von Ruhrgas-Chef Burckhard Bergmann an Clement hervor, berichtet die "Berliner Zeitung" (Dienstagausgabe).

Böge will in Deutschland Gas-Absatzverträge künftig nur noch für Laufzeiten von zwei bis vier Jahren zulassen, schreibt die Zeitung. Damit wolle er durchsetzen, dass auf dem Gasmarkt ausreichend freie Nachfragemengen zur Verfügung stehen, um potenziellen Wettbewerbern der großen Ferngasunternehmen den Markteintritt zu ermöglichen.

Ruhrgas-Chef Bergmann fordert in seinem Schreiben Clement eindringlich auf, die bisherigen Vertragsmechanik auch bei der Belieferung der deutschen Weiterverteiler zu erhalten. Denn die großen Ferngasunternehmen hätten bei ihren Importverträgen langfristige Verpflichtungen akzeptiert. Wenn die innerdeutschen Belieferungsverträge nicht mehr zu den langfristigen Importverträgen passten, wird es nach Ansicht Bergmanns kaum möglich sein, "das notwendige Maß an Investitionsbereitschaft zu schaffen, um auf Dauer eine sichere Erdgasversorgung zu erreichen."

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