Telefonüberwachung

Zeitung: Gravierende Panne bei Ermittlungen gegen EnBW-Chef

EnBW-Chef Utz Claassen ist offensichtlich Opfer einer Ermittlungspanne geworden: Wie die "Stuttgarter Nachrichten" heute berichten, wurde der Vorstandsvorsitzende aufgrund einer Personenverwechslung fälschlicherweise der Verdunkelungsgefahr verdächtigt. Dies soll zur Überwachung von Telefonverbindungen geführt haben.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Stuttgart/Mannheim (ddp/sm) - Bei den Ermittlungen gegen den Chef des Energiekonzerns EnBW, Utz Claassen, wegen des Verdachts der Bilanzfälschung soll es zu einer gravierenden Panne gekommen sein. Nach einem Bericht der "Stuttgarter Nachrichten" (Mittwochausgabe) wurde Claassen aufgrund einer Personenverwechslung fälschlicherweise der Verdunkelungsgefahr verdächtigt. Dies soll zur Überwachung von Telefonverbindungen geführt haben.

Eine Sprecherin der zuständigen Staatsanwaltschaft Mannheim wollte sich auf ddp-Anfrage zu dem Pannenvorwurf zunächst nicht äußern. Sie kündigte aber für einen späteren Zeitpunkt eine Stellungnahme an. Derzeit werde der Vorgang intern geprüft.

Dem Zeitungsbericht zufolge sollen die Ermittler zwei gleichnamige Experten verwechselt haben. Dadurch sei der Verdacht aufgekommen, Claassen betreibe mit dem von der Staatsanwaltschaft beauftragten Gutachter gemeinsame Sache. Um dies zu erhärten, sei sogar ein richterlicher Beschluss zur Freigabe privater Telefondaten erwirkt worden. Letztlich habe sich aber herausgestellt, dass es keine Verbindung zwischen dem Gutachter und dem Konzernchef gibt.

Claassen sprach in der Zeitung von einem "Justizskandal". "Das ist ein Ding aus dem Tollhaus, wie man es nicht mal im Kongo und auf den Philippinen erwarten dürfte", betonte er. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit Frühjahr gegen den EnBW-Vorstandsvorsitzenden wegen des Verdachts gefälschter Unternehmensbilanzen im Jahr 2003.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Strom sparen

    Justiz räumt Fehler bei Ermittlungen gegen EnBW-Chef ein

    EnBW-Chef Utz Claassen ist sauer: Nicht genug, dass gegen ihn wegen des Verdachts auf Bilanzfälschung ermittelt würde, dabei hat eine Verwechslung jetzt offensichtlich dazu geführt, dass Telefongespräche abgehört wurden, obwohl dafür die rechtlichen Voraussetzungen gefehlt hatten, teilte das Justizministerium mit.

  • Stromnetz Ausbau

    EnBW weist Verdacht einer Observierung Golls zurück

    Nach dem Ausscheiden von Eberhard Grauf als Leiter des Atomkraftwerks Neckarwestheim hatte die EnBW ihn nach eigenen Angaben observieren lassen, um "vorzusorgen", dass von ihm "keine gegen das Unternehmen gerichteten Handlungen initiiert oder ausgeführt werden".

Top