Rückholbarkeit

Zeitung: Gabriel ändert Position zu Atommüll-Endlager

Das Bundesumweltministerium bereitet offenbar einen grundlegenden Positionswandel in der Frage der Endlagerung hochradioaktiver Abfälle vor. Gingen die bisherigen Sicherheitskonzeptionen davon aus, dass der Atommüll gleichsam auf ewig weggeschlossen wird, werde die Rückholbarkeit der Abfälle binnen der nächsten 1000 Jahre nun nicht mehr ausgeschlossen.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Frankfurt/Main (ddp/sm) - Dies berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf den Entwurf neuer "Sicherheitsanforderungen an die Endlagerung wärmeentwickelnder radioaktiver Abfälle".

In dem Papier ist laut Zeitung von einem Zeitraum von "mindestens 500 Jahren" die Rede. Darüber hinausgehend sei für die Phase von 1000 Jahren nach der Stilllegung des Lagers der Einschluss der Abfälle nachzuweisen. Eine gegebenenfalls von künftigen Generationen "für notwendig erachtete Rückholung der Abfälle aus dem stillgelegten und verschlossenen Endlager darf nicht unnötig erschwert werden", zitiert das Blatt aus dem Text. Deshalb seien Daten zu Abfällen und Lager in einem Umfang zu dokumentieren, "der eine hinreichende Einschätzung der Notwendigkeit und Problematik einer derartigen Rückholung erlaubt".

Behälter, in denen der Atommüll endgelagert werde, sollen künftig "so stabil und korrosionsbeständig sein, dass feste Abfälle für einem Zeitraum von mindestens 500 Jahren für wahrscheinlich und außergewöhnliche Entwicklungen eingeschlossen bleiben". Fachleute äußerten den Angaben nach dagegen Bedenken wegen geringerer Sicherheit und größeren Kosten.

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