Machtkampf entschieden

Zeitung: EWE bekommt keine Mehrheit bei Gasversorger VNG

Der Machtkampf um die Leipziger Verbundnetz Gas AG (VNG) ist offenbar entschieden. Die Zeitung "Die Welt" (Samstagausgabe) berichtete, dass der Konzern unabhängig bleibe. EWE werde nicht die Mehrheit an dem Gasunternehmen übernehmen und will Berichten zufolge seine Anteile nun verkaufen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Leipzig/Berlin (ddp.djn/sm) - Die zwölf in der Beteiligungsgesellschaft VuB zusammengeschlossenen kommunalen Aktionäre der VNG hätten ihr Angebot an die Stadtwerke Halle um 5,8 Millionen Euro erhöht. Damit böten die ostdeutschen Kommunen nun 90,8 Millionen Euro für die Übernahme des 3,66-prozentigen VNG-Aktienpakets der Stadt Halle.

Mit der Aufstockung des Angebots würde es den ostdeutschen Kommunen gelingen, ihre Sperrminorität an der VNG aufrecht zu erhalten. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) bezeichnete dies als "wichtigen Schritt, um die Eigenständigkeit der VNG nachhaltig zu sichern". Halle tue das Richtige, wenn es dafür sorge, dass die Aktien, die die Stadt an der VNG hält, im Eigentum der ostdeutschen Kommunen verblieben.

Das konkurrierende Angebot des Oldenburger Energiekonzerns EWE liege bei 90 Millionen Euro und solle dem Vernehmen nach nicht mehr aufgestockt werden. EWE verfügt bereits über 47,9 Prozent der VNG-Aktien und wäre mit dem Erwerb der Beteiligung der Stadt Halle über die 50-Prozent-Marke gekommen. Diese Pläne waren von ostdeutschen Kommunen und Landespolitikern scharf kritisiert worden.

EWE will Anteile angeblich an EnBW verkaufen

Wie die "Leipziger Volkszeitung" (Samstagausgabe) berichtete, will sich EWE nach dem Scheitern des Übernahmeversuches nun auch von ihrem knapp 48-Prozent-Anteil an dem größten ostdeutschen Versorger trennen. Die Oldenburger führten zurzeit Gespräche mit EnBW. Der drittgrößte deutsche Energiekonzern wollen nach Informationen des Blattes 1,2 Milliarden Euro für das EWE-Paket bezahlen. Ob das Geschäft zustande kommt, hänge auch davon ab, wie das Bundeskartellamt am 9. März über den Einstieg von EnBW bei EWE entscheidet. Die Wettbewerbshüter hätten bereits Bedenken angemeldet, weil sie durch die Beteiligung von EnBW an EWE und der Bündelung der Gasgeschäfte eine Monopolstellung auf dem ostdeutschen Gasmarkt sehen.

Die VNG mit Sitz in Leipzig ist der drittgrößte deutsche Gasimporteur und setzt pro Jahr rund fünf Milliarden Euro um.

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