Gasimporte sichern

Zeitung: EnBW plant Einstieg bei VNG

Der Machtkampf um den ostdeutschen Energieversorger VNG ist offenbar entschieden. EWE plant den Verkauf seiner Beteiligung an der VNG und gibt damit den Versuch auf, eine Mehrheit an dem Unternehmen zu erwerben. Als Käufer der Beteiligung von 48 Prozent steht Medienberichten zufolge EnBW bereit.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Leipzig (ddp/sm) - Als Kaufsumme wird einem Bericht der Zeitung "Die Welt" (Freitagausgabe) zufolge der Betrag von 1,2 Milliarden Euro genannt. Dies wäre eine der größten Übernahmen in der deutschen Gasbranche seit Jahren. Die Beteiligung an der VNG, die pro Jahr rund fünf Milliarden Euro umsetzt, habe vor allem strategische Bedeutung. Das Unternehmen verwalte die Gasverträge der DDR mit dem russischen Staat. Mit der 48-Prozent-Beteiligung an VNG bekäme EnBW verlässlichen Zugriff auf diese Verträge. Dies sei für das Unternehmen entscheidend, um eigene Gaskraftwerke zu bauen, hieß es bei EnBW.

Seit rund einem Jahr hatte EWE-Chef Werner Brinker versucht, die Mehrheit an VNG gegen den Widerstand ostdeutscher Kommunen zu erlangen, die eine Sperrminorität von knapp über 25 Prozent halten. Dabei setzte er auf den Erwerb von Anteilen der Stadt Jena und Halle. Beide Städte lehnten dies jedoch ab.

Zuletzt hatte sich Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) offen gegen Brinker gestellt. Als Beauftragter des Bundes für Ostdeutschland setzte er sich gegen den Verkauf von VNG-Anteilen an EWE ein. Sein Interesse liege darin, die VNG mit Hauptsitz in Leipzig zu halten und unter der kommunalen Trägerschaft zu sichern. An dem Standort sind 600 Menschen beschäftigt.

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