Treibhausgasausstroß

Zeitung: Deutschland hat Kyoto-Ziel schon erreicht

Vier Jahre vor dem Stichtag hat die Bundesrepublik ihre Vorgaben für den Klimaschutz bereits mehr als erfüllt. Letztes Jahr hätten Haushalte, Unternehmen und Verkehr 22,4 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen als 1990, schrieb die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Zahlen des "nationalen Treibhausgasinventars" der Regierung

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

München (ddp/sm) - Die Bundesregierung hatte 1997 im Kyoto-Abkommen zugesagt, bis 2012 die Emissionen um 21 Prozent gegenüber 1990 zu vermindern.

Grund für den Rückgang sei neben dem milden Winter 2006/07 auch der Ausbau erneuerbarer Energien, schrieb die Zeitung. Zudem habe die Erhöhung der Mehrwertsteuer Ende 2006 viele Haushalte veranlasst, den Kauf von Heizöl vorzuziehen. Diese Käufe seien noch in der Bilanz des Jahres 2006 aufgetaucht. Auch seien die klimaschädlichen Emissionen der deutschen Haushalte seit Jahren rückläufig. Auch im Straßenverkehr gingen die Emissionen seit 1999 zurück.

CO2-Ausstoß der Kraftwerke gestiegen

Mehr Kohlendioxid hätten dagegen die deutschen Kraftwerke ausgestoßen, schrieb das Blatt. Diese seien im vergangenen Jahr wegen hoher Gaspreise stärker auf Stein- und Braunkohle ausweichen, die wesentlich mehr Kohlendioxid freisetzten als Erdgas.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte zum Emissionsanstieg bei den Kraftwerken: "Hier zeigt sich erneut, dass wir mehr für Effizienz tun müssen." Abgesehen davon aber belegten die Zahlen den Erfolg der deutschen Klimaschutzpolitik.

Nach Auffassung von Experten dürften die Emissionen in Deutschland im nächsten Jahr wieder leicht steigen. "Nach allem, was wir bisher an Zahlen kennen, werden die Emissionen um ein Prozent nach oben gehen", sagte Felix Matthes, Energieexperte beim Öko-Institut in Berlin, der Zeitung. Hauptgrund seien die gesunkenen Preise für Heizöl. Allerdings stabilisierten sich die Emissionen bei 21 Prozent.

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