Verstimmung

Zeitung: Berliner Protest gegen Einmischung bei Ostsee-Pipeline

Die Bundesregierung hat bei der US-Botschaft in Berlin einem Zeitungsbericht zufolge offiziell gegen die Aufforderung eines US-Diplomaten protestiert, die Ostsee-Pipeline zu stoppen. Das Auswärtige Amt wollte den Pressebericht nicht kommentieren.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Handelsblatt (ddp/sm) - Wie das "Handelsblatt" (Freitagausgabe) vorab aus Regierungskreisen berichtet, ließ Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) einen Abteilungsleiter des Auswärtigen Amtes bei der amerikanischen Vertretung erklären, dass die Bundesregierung über diesen Vorstoß sehr irritiert sei.

Der US-Botschafter in Schweden hatte die Regierung des EU-Mitgliedes in einem Zeitungsartikel aufgefordert, das sogenannte Nordstream-Projekt zu stoppen. Die Röhrenleitung soll russisches Gas nach Westeuropa befördern. Sie beginnt in Russland und endet in Deutschland, läuft unter Wasser aber über weite Strecken durch die finnische und schwedische Wirtschaftszone. Neben Deutschen und Russen sind im Konsortium auch Niederländer vertreten.

Man habe der amerikanischen Seite deutlich zu verstehen gegeben, dass der öffentliche Appell an die Schweden ein äußerst ungewöhnliches Vorgehen sei und um eine offizielle Stellungnahme gebeten, hieß es laut dem Bericht in Regierungskreisen.

Vom Auswärtigen Amt in Berlin war keine Stellungnahme zu erhalten. Der Bericht der Zeitung werde nicht kommentiert, sagte eine Sprecherin am Donnerstagabend auf ddp-Anfrage.

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