Verheizt?

Zehn Tipps fürs Heizen vom Umweltbundesamt

In Anbetracht der deutlich gestiegenen Energiepreise fürchtet fast jeder ein böses Erwachen beim Anblick der nächsten Heizkostenabrechnung. Doch sparen bedeutet keineswegs frieren, wie das Umweltbundesamt mit zehn Tipps für jedermann belegt. So lässt sich mancher Euro sparen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Die Kosten für Heizöl jagen scheinbar unaufhaltsam nach oben. Doch Einsparungen sind möglich, ohne auf Wärme und Komfort zu verzichten. Um der Kostenexplosion entgegenzuwirken, ist Energiesparen angesagt. Frieren muss deswegen niemand, verspricht das Umweltbundesamt und stellt zehn Tipps vor. Diese sollen den Angaben zufolge Einsparungen von bis zu 300 Euro pro Jahr ermöglichen.

Folgende zehn Tipps sollen zum einfachen und wirkungsvollen Absenken der Heizkosten beitragen:

  • Jedes Grad zählt: Die Raumtemperatur sollte im Wohnbereich möglichst nicht mehr als 20 Grad Celsius betragen; jedes Grad weniger spart etwa sechs Prozent Heizenergie. In der Küche, wo Kühlschrank, Herd und Spülmaschine mitheizen, reichen meist 18 Grad, im Schlafzimmer 17 Grad.
  • Räume nur nach Bedarf heizen. Tipp: Bei Abwesenheit bis zu zwei Tagen die Temperatur auf 15 Grad, bei längerer Abwesenheit auf 12 Grad oder die Frostschutzposition des Thermostatventils einstellen; auch während der Nachtstunden die Raumtemperatur möglichst um 5 Grad senken. Moderne Heizungsanlagen steuern die Senkung der Raumtemperatur zentral.
  • Gekippte Fenster fressen Energie: In der dauerhaften Kippstellung heizt man das Geld buchstäblich zum Fenster hinaus. Besser ist es, öfter kurz - höchstens 10 Minuten - und kräftig zu lüften - am besten mit Durchzug. Dabei die Heizung runterdrehen.
  • Schluss mit dem "heimlichen" Dauerlüften: Fugen und Ritzen, durch die die Wärme verschwindet, mit Dichtungsprofilen verschließen; sie sind schon für einen bis 1,50 Euro pro Meter zu haben und schnell angebracht. Dauerhafter - aber mit 7,50 bis 10 Euro pro Meter auch teurer - sind Lippenprofile, die in die Nut eingefräst werden; sie halten dafür fünf bis zehn Jahre.
  • Nachts Rollläden, Fensterläden und Gardinen schließen: Ist es draußen sehr kalt, geht viel Wärme über Glas und Rahmen der Fenster verloren. Wer die Rollläden schließt, kann die Wärmeverluste um mehr als 20 Prozent verringern, Vorhänge bringen weitere zehn Prozent.
  • Wärmestau an Heizkörpern vermeiden: Heizkörperverkleidungen und Möbel vor Heizkörpern verhindern, dass die Heizungswärme in den Raum geht. Das bedeutet bis zu fünf Prozent mehr Heizkosten. Reichen Vorhänge über die Heizkörper, erhöht sich der Wärmeverlust unter Umständen nochmals erheblich.
  • Wärmebrücke "Heizkörpernischen": Eine nachträgliche Wärmedämmung hinter dem Heizkörper schafft Abhilfe und spart bis zu sechs Prozent Heizenergie. Bei Platzmangel hilft eine fünf Millimeter dicke, aluminium-kaschierte Styroporplatte. Diese Investition rechnet sich nach spätestens zwei bis drei Heizperioden.
  • Thermostatventile bremsen "automatisch": Sie halten die Temperatur in den einzelnen Räumen konstant auf dem gewünschten Wert - selbst wenn die Sonne ins Zimmer scheint. Das kann vier bis acht Prozent Heizenergie sparen. Auf eines sollte man achten: Keine Gardinen vor die Thermostatventile! Diese funktionieren sonst nicht richtig. Bei einem Stückpreis von höchstens 20 Euro machen sich Thermostatventile meist schon nach zwei Jahren bezahlt.
  • Elektrische Zusatzheizungen nur im Notfall: Ein Dauerbetrieb von Heizlüftern und Radiatoren ist reine Energie- und Geldverschwendung. Solche Geräte sollten nur im Notfall eingesetzt werden.
  • Heizungsanlagen regelmäßig durch Fachpersonal prüfen lassen - am besten zu Beginn der Heizperiode: Der Check durch den Fachmann gewährt einen effektiven und wirtschaftlichen Betrieb der Heizungsanlage. Und die Heizkosten lassen sich um fünf bis zehn Prozent senken.

Weitere Informationen zum Thema Heizung und Heizen gibt es in der Broschüre des Umweltbundesamtes "Das Energie-Sparschwein". Sie informiert detailliert über energiesparende Geräte, bauliche und anlagentechnische Maßnahmen sowie über Fördermöglichkeiten und Beratung. Die 80 Seiten starke Broschüre ist kostenlos erhältlich beim Umweltbundesamt, Zentraler Antwortdienst, Postfach 33 00 22, 14191 Berlin, per Fax 030/8903-2912 oder per Mail unter info@umweltbundesamt.de.

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