Brennstoffkosten

Zehn-Jahresvergleich: Erdgas teurer als Heizöl

Zwischen 1995 und 2004 zahlten Ölheizungsbesitzer durchschnittlich insgesamt 3187 Euro weniger für Wärmeenergie als Gasheizungsbesitzer, bilanzierte jetzt das Hamburger Institut für wirtschaftliche Oelheizung e.V. (IWO). Daran habe sich trotz allgemein gestiegener Energiekosten auch im ersten Quartal 2005 nichts geändert.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (red) - Wer mit Öl heizt, muss für seine Wärmeenergie seit Jahrzehnten weniger tief in die Tasche greifen als andere. Daran hat sich trotz allgemein gestiegener Energiekosten weder im vergangenen Jahr noch im ersten Quartal dieses Jahres etwas geändert: Heizöl erwies sich im Vergleich etwa zu Erdgas wiederum als der preisgünstigere Brennstoff. Das teilte jetzt das Hamburger Institut für wirtschaftliche Oelheizung e.V. (IWO) mit.

Bezogen auf eine Menge von 3000 Litern beziehungsweise 33 540 Kilowattstunden plus Grundgebühr habe Erdgas im Bundesdurchschnitt im ersten Quartal 2005 etwa 20 Prozent mehr gekostet als Heizöl. Im Mittel war die 3000-Liter-Partie Heizöl für etwa 1371 Euro zu bekommen. Die entsprechende Menge Erdgas hingegen habe einschließlich der Grundgebühr 1642 Euro gekostet, rechnet das Institut vor und bezieht sich dabei auf Zahlen der Fachzeitschrift "Brennstoffspiegel".

Noch deutlicher sei die Differenz zwischen den beiden meist verbreiteten Wärmeenergieträgern bei einem geringeren Verbrauch, wie er beispielsweise in neuen Einfamilienhäusern üblich ist, die nach dem Niedrigenergiehaus-Standard errichtet worden sind. Bei einer Abnahme von 1600 Litern Heizöl beziehungsweise der entsprechenden Menge von 17 888 Kilowattstunden Erdgas mussten Erdgasbezieher im ersten Quartal 2005 einschließlich Grundgebühr bundesdurchschnittlich 958 Euro ausgeben, während die Betreiber einer Ölheizung für die gleiche Wärmemenge nur 753 Euro bezahlen brauchten. Damit war Erdgas bei dieser Abnahmemenge um 27 Prozent teurer.

Zwischen 1995 und 2004 zahlten Ölheizungsbesitzer durchschnittlich insgesamt 3187 Euro weniger für Wärmeenergie als Gasheizungsbesitzer, bilanziert das IWO. Während sich die Brennstoffkostenrechnung in diesem Zeitraum für einen Ölheizungsbetreiber auf 9381 Euro addiere, fiel sie für einen Gasheizungsbetreiber mit 12 568 Euro um 34 Prozent höher aus.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Heizkörper

    Analyse: Deutlich niedrigere Heizkosten für Öl-Heizer

    Die Heizkosten dürften für Nutzer einer Ölheizung für die vergangenen Heizperiode besonders niedrig ausfallen. Hintergrund sind die anhaltend niedrigen Ölpreise. Aber auch für Gas-Heizer gibt es positive Nachrichten.

  • Strom- und Gaspreise

    Niedrige Energiekosten entlasten Verbraucher

    Der Ölpreis ist erneut gesunken und das macht sich besonders beim Heizöl und auch an den Tankstellen bemerkbar. Aber auch Gas ist günstiger geworden und zum ersten Mal in diesem Jahrtausend ist auch der Strompreis nicht weiter gestiegen.

  • Stromnetz Ausbau

    Heizkosten drastisch gestiegen

    Den Angaben der EID-Experten zufolge kostete die typische Haushaltsmenge einer 3000-Liter-Tankfüllung Heizöl im vergangenen Jahr im bundesweiten Durchschnitt 1227,50 Euro. Im Vergleich dazu waren es zwei Jahre zuvor nur 1047 Euro. Damit stiegen die Heizölpreise laut "Bild"Zeitung um 17 Prozent.

  • Energieversorung

    ExxonMobil: Starker Euro dämpft Ölpreisanstieg / Primärenergieverbrauch steigt

    Während der Mineralölverbrauch erneut um mehr als ein Prozent zurückging, legte Erdgas um ein halbes Prozent zu. Steinkohle sank um knapp drei Prozent und der Verbrauch der überwiegend reviernah zur Stromerzeugung eingesetzten Braunkohle stieg um 0,5 Prozent. Das geht aus Veröffentlichungen von ExxonMobil hervor.

  • Stromtarife

    Wirtschaftsminister kritisiert erhöhte Gaspreise in Thüringen

    Jürgen Reinholz (CDU), Thüringens Wirtschaftsminister, hat die Gasversorger zu mehr Zurückhaltung bei den Preisen aufgefordert und die generelle Marktsituation mit mangelndem Wettbewerb kritisiert. Auch die Preiskopplung an Öl sei veraltet und müsse infrage gestellt werden.

Top