Aus dem Bundeskartellamt

Zahl der Fusionen ist rückläufig

Die Zahl der Firmenzusammenschlüsse ist in den beiden vergangenen Jahren zurückgegangen. Dies hat das Bundeskartellamt in seinem Tätigkeitsbericht (Bundestagsdrucksache 15/1226) festgestellt. So seien 2001 insgesamt 1568 und 2002 insgesamt 1584 Zusammenschlüsse gemeldet worden. 1999 seien es noch 1687 und im Jahr 2000 sogar 1735 gewesen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Allerdings seien einige Branchen durch eine rege Fusionstätigkeit geprägt gewesen, betonen die Kartellwächter. Genannt werden vor allem die leitungsgebundene Energiewirtschaft und die Mineralölwirtschaft wie die Chemie und Pharmaindustrie , die nach wie vor eine "tiefgreifende Umstrukturierung" erlebe. Darüber hinaus seien auch die Entsorgungswirtschaft und der öffentliche Personennahverkehr durch Fusionen geprägt worden. Acht Zusammenschlussvorhaben hat das Kartellamt in den beiden vergangenen Jahren untersagt.

Zudem kommt dem Bericht zufolge der Missbrauchsaufsicht große Bedeutung zu. Um den diskriminierungsfreien Zugang von Stromlieferanten zu den bestehenden Netzen der Versorgungsunternehmen sicherzustellen, sei vor zwei Jahren eine eigene Beschlussabteilung im Kartellamt eingerichtet worden, die speziell mit dem Missbrauchs-, Behinderungs- und Diskriminierungsverbot bei der Netznutzung in der Elektrizitätswirtschaft betraut worden sei.

Anträge auf Ministererlaubnis für einen Zusammenschluss seien im Berichtszeitraum für E.ON und Ruhrgas sowie für Holzbrink und den Berliner Verlag beantragt worden. Im Fall E.ON/Ruhrgas sei die Ministererlaubnis vor einem Jahr unter Auflagen erteilt worden, heißt es in dem Bericht weiter.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromtarife

    Tankstellen müssen ihre Preise künftig einer Behörde melden

    Eine effektive Maßnahme oder nur ein neues Bürokratiemonster? Künftig müssen Energiekonzerne dem Bundeskartellamt ausführliche Informationen zu ihrer Preispolitik geben. Nun hofft man auf mehr Wettbewerb zwischen den Großen der Branche und kleineren Anbietern.

  • Strompreise

    Politik will gegen überhöhte Spritpreise vorgehen

    Das Bundeskartellamt und die zuständigen Minister wollen die Macht der großen Tankstellenketten zurückdrängen und niedrigere Spritpreise durchsetzen. Die Wettbewerbshüter legten am Donnerstag ihre bereits angekündigte Untersuchung vor. Darin wird so manche Argumentation als Märchen entlarvt.

  • Hochspannungsleitung

    "Kartellamt gefährdet Existenz der Stromversorger"

    Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft, Dr. Eberhard Meller, hat gegenüber dem Berliner Tagesspiegel das Bundeskartellamt kritisiert: Kein Unternehmen werde mehr in Netze investieren, wenn das Kartellamt die angemessene Verzinsung der Netzinvestitionen in Frage stelle.

  • Strom sparen

    Kartellamt verschärft Beteiligungsprüfungen im Energiemarkt

    Um eine marktbeherrschende Stellung von einigen wenigen Energieunternehmen zu verhindern, will das Bundeskartellamt künftig die Beteiligungen von Energiekonzernen an Stadtwerken stärker prüfen. Den vertikalen Beteiligungen würden enge Grenzen gesetzt und sicherlich nicht ohne Ausgleichsmaßnahmen genehmigt, sage Kartellamtschef Böge gestern in Berlin.

  • Strompreise

    VDEW: Entgelte für Nutzung der Stromnetze spiegeln Kosten

    Der Verband der Energiewirtschaft hat erneut betont, dass die derzeit veranschlagten Entgelte für die Nutzung der Stromnetze die Kosten des Netzbetriebs widerspiegeln.Das Kalkulationsschema sei anerkannt und transparent, führt der VDEW aus. Insbesondere die neuen Anbieter kritisieren die Entgelte immer wieder als überhöht.

Top