WWF und NaturEnergie AG: Freiburg solar er-fahren!

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com
Am Bahnhof aus dem Zug steigen und sich auf einen schadstofffreien, leise surrenden Motorroller schwingen - dies ist nun in Freiburg möglich. In einem Pilotprojekt startet die Umweltstiftung WWF Deutschland zusammen mit der Firma solarmove GmbH dort einen Solarroller-Verleih. Maßgeblich finanziert vom Ökostromanbieter NaturEnergie AG und unterstützt von der Deutschen Bahn AG können Kunden vier Elektromotorroller im "mobile", der Mobilitätsstation mit Fahrradverleih am Freiburger Bahnhof, ausleihen.


Die vier Roller werden mit Solarstrom betrieben, der direkt auf dem "mobile" erzeugt wird, sobald ab Sommer die geplante Solaranlage auf dem Dach des futuristischen Gebäudes installiert ist. "Ein Solarmodul mit einer Fläche von einem Quadratmeter erzeugt jährlich genügend Energie für 1000 Kilometer", unterstrich Andreas Fußer, Vorstand der NaturEnergie AG. "Auf den Solarrollern kann nun jeder persönlich er-fahren, wie flott man mit regenerativen Energien in Richtung Zukunft vorankommt", regte Fußer an. Der Ökostromanbieter versteht die Fahrzeuge als "rollende Botschafter", die einen Anreiz geben, auch privat den Energiewechsel hin zu umweltfreundlichen Energien zu vollziehen. Die NaturEnergie AG finanzierte die Anschaffung der Fahrzeuge und stellt gemeinsam mit dem Freiburger Büro für Sonnenenergie, Wilhelm Stahl, den Solarstrom für die Roller kostenlos zur Verfügung. Um zu gewährleisten, dass die Roller - die auch an jeder beliebigen Steckdose aufgeladen werden können - tatsächlich mit Sonnenenergie fahren, führt der WWF mittels eines in die Fahrzeuge eingebauten Zählers die Überwachung durch. Die Freiburger Mobilitätsstation "mobile" organisiert den Verleih der Fahrzeuge und übernimmt die Personalkosten.


"Rund die Hälfte der zurückgelegten Wege in Städten sind nicht länger als fünf Kilometer", erläuterte Dr. Dag Schulze vom WWF den Hintergrund des Projekts. "Momentan fahren wir mit überdimensionierten Renn-Reise-Limousinen durch die Städte", betonte der WWF-Mitarbeiter. "Das ist, wie wenn man auf S-Bahn-Strecken den ICE einsetzen würde." Stadtmobile müssen jedoch nach Ansicht der Initiatoren anders konzipiert werden: Leise, emissionsfrei, leicht und platzsparend. Diese Kriterien erfüllen die Solarroller. "Das Pilotprojekt zeigt, wie auch der Verkehr durch die Umstellung auf erneuerbare Kraftstoffe einen Beitrag zu den Klimaschutzzielen der Bundesregierung leisten kann", sagte Schulze. Das Solarroller-Projekt soll künftig auf andere Städte, z.B. Berlin, ausgedehnt werden. Langfristig planen die Partner, ein Solar-Tankstellennetz an zentralen Punkten in den Städten zu errichten.

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