Einigung

WWF und BUND verzichten auf Klage gegen Ostsee-Pipeline

Die Gaspipeline durch die Ostsee wird umweltverträglicher gebaut als ursprünglich geplant. Die Umweltorganisationen BUND und WWF konnten einige ökologischen Nachbesserungen durchsetzen, verzichten jedoch im Gegensatz auf ihre Klage gegen das Betreiberkonsortium.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin/Stralsund (afp/red) - Nach einer Einigung auf zusätzliche Naturschutzmaßnahmen beim Bau der Ostsee-Pipeline haben die deutschen Umweltschutzorganisationen WWF und BUND ihre Klage gegen das Projekt zurückgezogen. Das Betreiberkonsortium Nord Stream und die zwei Organisationen hätten sich in Verhandlungen darauf verständigt, die Eingriffe in das Ökosystem vor der deutschen Ostseeküste zu reduzieren und weitere Ausgleichsflächen zu schaffen, teilten beide Seiten am Freitag mit. WWF und BUND kündigten an, das beim Oberverwaltungsgericht Greifswald angestrengte Rechtsverfahren gegen den Planfeststellungsbeschluss zum deutschen Teil der Trasse zu beenden. Damit sei auch ein möglicher Baustopp auf dem Gebiet der Bundesrepublik wieder vom Tisch.

Eberhard Brandes, Vorstand von WWF Deutschland, sprach von einem "historischen Ergebnis". Den Angaben nach verzichtet Nord Stream unter anderem darauf, den bei den Baggerarbeiten für den Pipeline-Graben anfallenden Schlamm wieder zurücks ins Meer zu kippen, und wird dieses stattdessen an Land lagern. Die Umweltverbände hatten davor gewarnt, eine Entsorgung im Meer würde das Wasser verschmutzen und viele Lebenwesen töten. Laut WWF und BUND will Nord Stream zusätzlich zu den von den Behörden verfügten Ausgleichsmaßnahmen weitere zehn Millionen Euro in Schutzmaßnahmen investieren. Unter anderem sollen 1000 Hektar Naturschutzfläche entstehen. Das Betreiberkonsortium übernimmt dabei die Kosten für 35 Jahre.

Die Ostsee Gas Pipeline ist eines der größten Energieinfrastruktur-Projekte in Europa. Die von einem Konsortium unter Führung des russischen Gasriesen Gazprom gebaute Erdgas-Leitung wird sich über 1220 Kilometer von Wyborg in Russland bis zur deutschen Ostseeküste bei Lubmin erstrecken. Nach ihrer Fertigstellung 2012 soll sie bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr nach Westeuropa fördern, was laut Nord Stream zur Versorgung von etwa 26 Millionen Haushalten ausreicht.

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