Neuer Aufschwung im Klimaschutz

WWF freut sich über russische Ratifizierung des Kyoto-Protokolls

Die Umweltorganisation WWF sieht das internationale Klimaschutzabkommen "auf der Zielgeraden". Nach der Ratifizierung des Kyoto-Protokolls durch das russische Parlament könne das 1997 beschlossene Protokoll jetzt wirksam werden. Der WWF hofft zugleich, "dass die Signale auch in den USA verstanden werden".

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (red) - Die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls seitens des russischen Parlaments ist beim WWF auf freudige Zustimmung gestoßen. "Nachdem die Duma grünes Licht gegeben hat, ist das internationale Klimaschutzabkommen auf der Zielgeraden", kommentierte Regine Günther, Leiterin des Energie- und Klimareferats beim WWF Deutschland, die am vergangenen Freitag in der Duma gefallene Entscheidung.

Nun muss noch das Oberhaus des russischen Parlaments der Ratifizierung zustimmen, anschließend muss Präsident Putin noch unterschreiben. Dann muss das Dokument bei der UN hinterlegt werden. Nach 90 Tagen tritt der Vertrag automatisch in Kraft - das wäre der Startschuss für das erste international verbindliche Klimaschutzabkommen.

Die Entscheidung der Duma unterstreiche den politischen Willen, dem Klimawandel ernsthaft entgegenzutreten. Der WWF hofft, dass die Signale auch in den USA verstanden werden. Als größter Verursacher von Treibhausgasen müssen sie möglichst bald zum Kyoto-Prozess zurückfinden. "Die bisher vereinbarten Reduzierungen der Treibhausgase sind nur der Anfang. Wir müssen alles tun, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur bis zum Ende des Jahrhunderts auf maximal zwei Grad zu begrenzen", so Regine Günther.

Nachdem sich US-Präsident Bush aus dem internationalen Abkommen zum Klimaschutz verabschiedet hatte, lag der Schlüssel für das Inkrafttreten des Vertrages bei Russland. Durch die Ratifizierung ist der Weg jetzt frei, damit das 1997 beschlossene Protokoll wirksam werden kann. Der Vertrag wird nur zu einer völkerrechtlich verbindlichen Vereinbarung, wenn 55 Länder ratifizieren, die 1990 für mindestens 55 Prozent der in den Industrieländern ausgestoßenen Kohlendioxidemissionen verantwortlich waren. Mit Russland, das damals rund 18 Prozent beitrug, wäre diese Quote erfüllt. 127 Staaten haben das Klimaschutz-Abkommen inzwischen ratifiziert. Nimmt man den russischen CO2-Ausstoß hinzu, liegt ihr Anteil am Emissionskuchen jetzt bei rund 62 Prozent. Die notwendige doppelte 55-er Hürde wird damit genommen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Dürre

    Klimaschützer: G20 dürfen Kohlenutzung nicht weiter fördern

    Klimaschützer warnen erneut: Mit den bisherigen Plänen kann die Erderwärmung nicht auf zwei Grad begrenzt werden. Einer aktuellen Studie wird noch immer viel zu viel Geld in fossile Energien gesteckt.

  • Klimawandel

    Die USA machen endlich Ernst beim Klimaschutz

    Nach Jahren des Stillstands und der Blockade gibt es endlich ermutigende Signale von der größten Volkswirtschaft der Welt. Präsident Obama hat ein umfassendes Klimaschutzprogramm angekündigt, das zum Beispiel erstmalig die Emissionen bestehender Kraftwerke begrenzt. Zudem soll der Ökostrom-Ausbau vorangetrieben werden.

  • Hochspannungsmasten

    Zum Abschluss der renewables: Zahlreiche Vereinbarungen und viele gute Vorsätze

    Heute Nachmittag ist die Internationale Konferenz für Erneuerbare Energien "renewables 2004" mit der Verabschiedung eines gemeinsamen Aktionsplans in Bonn zu Ende gegangen. Politik, Verbände und Institutionen hatten das Treffen zum Anlass genommen, ihre Standpunkte zur Energieversorgung der Zukunft zu verdeutlichen.

  • Hochspannungsleitung

    "Konsequente Klimaschutzpolitik kann Klimakatastrophen verhindern"

    Die Deutschlandpremiere des Katastrophenfilms "The Day after Tomorrow" hat Bundesumweltminister Jürgen Trittin am Wochenende einmal mehr dazu genutzt, um für eine aktive Klimaschutzpolitik zu werben. Die erneuerbaren Energien hätten in Deutschland schon über 50 Millionen Tonnen CO2 eingespart - bis zu 85 Millionen Tonnen sollen es bis 2010 werden.

  • Hochspannungsmasten

    Umweltausschuss: Kontroverse Diskussionen um Emissionshandel

    Gestern haben die Bundestagsfraktionen im Umweltausschuss über die Ausgestaltung des Nationalen Allokationsplans diskutiert. Während der Regierungsvertreter die Versprechen der Unternehmen für nicht glaubwürdig hielt, befürchtet CDU/CSU einen Arbeitsplatzabbau durch Wettbewerbsnachteile. Die FDP will sogar die Ökosteuer aussetzen.

Top