WWF: Bush allein im Treibhaus

Der Naturschutzbund WWF ist froh über die Einigung auf dem derzeit in Bonn stattfindenden Weltklimagipfel. Dass überhaupt eine Einigung gefunden werden konnte, sei ein Erfolg.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Minister aus fast 180 Ländern haben sich auf dem Klimagipfel in Bonn heute morgen in wesentlichen Punkten geeinigt. Nach einer Nachtsitzung wurde ein verbindliches Kontroll- und Sanktionssystem festgelegt und damit auch im letzten noch offenen Punkt eine Einigung erzielt. Die Detailfragen sollen jetzt auf dem nächsten Klimagipfel im Oktober in Marrakesh geklärt werden.

"Die Konferenz ist haarscharf an einer Blamage vorbei geschrammt, aber in letzter Minute ist ein Durchbruch erzielt worden, um das Kyoto-Protokoll ratifizierungsfähig zu machen", beurteilt Regine Günther, die Leiterin des WWF Klimareferats, die Ergebnisse. Japan, Australien, Kanada und Russland sei fast jeder Wunsch von den Augen abgelesen worden, trotzdem hätten sie durch ihre Blockadehaltung lange einen Durchbruch verhindert, kritisiert die Aktivistin. Ihre Bilanz: "Das erzielte Ergebnis ist ein Erfolg. Georg W. Bush muss lernen: Das Kyoto-Protokoll ist nicht tot. Im Gegenteil: wesentliche Punkte wurden auf den Weg gebracht."

Dafür sei allerdings ein hoher Preis bezahlt worden. Der WWF rechnet vor, dass durch die weitgehende Anerkennung von Kohlendioxidsenken die absoluten Reduktionsziele von 5,2 auf 1,8 Prozent verringert worden seien. Dennoch sei man "zähneknirschend froh" dass ein Debakel abgewendet wurde. "Das Gerüst steht, die Ziele müssen nach und nach verschärft werden."

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