Existenzgefährdend

WVM: VDEW will Strompreisdramatik herunterspielen

Die Äußerungen des VDEW, Stromkosten hätten nur einen kleinen Anteil an den Gesamtkosten der Industriebetriebe, haben bei der WirtschaftsVereinigung Metalle zu Unverständnis geführt: Der VDEW wolle offenbar die Dramatik der aktuellen Strompreisentwicklung herunterspielen, teilte die WVM gestern mit.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Die WirtschaftsVereinigung Metalle (WVM) hat den Äußerungen des VDEW, die Stromkosten hätten in vielen Wirtschaftsbereichen nur einen kleinen Anteil an den Gesamtkosten und würden daher von der Industrie überschätzt, widersprochen. Die zitierten Zahlen seien Durchschnittswerte über die gesamten Produktionsstufen und lassen die tatsächliche Betroffenheit der Unternehmen nicht erkennen, teilte die WVM mit.

So betrage der Stromkostenanteil an den Gesamtkosten in den Aluminiumhütten mehr als 30 Prozent, bei der Kupferherstellung und -verarbeitung liegt dieser Anteil bei über 15 Prozent und werde bei steigenden Strompreisen naturgemäß immer größer. "Offensichtlich will der VDEW die Dramatik der aktuellen Strompreisentwicklung herunterspielen. Fakt ist jedoch, dass die Stromversorger Rekordgewinne verzeichnen und gleichzeitig energieintensive Betriebe durch die explodierenden Strompreise aus Deutschland verdrängt werden", kommentierte WVM-Hauptgeschäftsführer Martin Kneer.

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