Energiewende gefordert

WVM: Strompreise entwickeln sich zum Jobkiller

Die deutschen Strompreise tragen aktiv zur Vernichtung der energieintensiven Industrien in Deutschland bei. Dieser Auffassung ist jedenfalls die WirtschaftsVereinigung Metalle (WVM) und fordert deshalb ein unverzügliches Einschreiten der Politik und die Nutzung aller Möglichkeiten zur Strompreissenkung.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (red) - Die in dieser Woche bekannt gewordene Schließung der Aluminiumhütte in Hamburg beweist nach Ansicht der WirtschaftsVereinigung Metalle (WVM) auf dramatische Weise, dass die deutschen Strompreise aktiv zur Vernichtung der energieintensiven Industrien und tausender wertvoller Arbeitsplätze beitragen. Die Dachorganisation der deutschen Nichteisen-Metallindustrie forderte daher ein unverzügliches Einschreiten der Politik und die Nutzung aller Möglichkeiten, um wettbewerbsgerechte Strompreise für die deutsche Industrie zu gewährleisten.

Akuter Handlungsbedarf besteht nach Ansicht von WVM-Hauptgeschäftsführer Martin Kneer bei der Einpreisung der Emissionszertifikate für das Klimagas Kohlendioxid in die Strompreise. Derzeit hätten die anteiligen Kosten bereits eine Höhe von etwa 15 Euro je Megawattstunde erreicht. Dies sei insbesondere deshalb massiv zu kritisieren, weil der Großteil der Zertifikate im Frühjahr kostenlos an die Kraftwerksbetreiber ausgegeben wurde.

Kneer forderte die Stromversorger auf, schnellstens Angebote über industriegerechte Strompreise zu unterbreiten. Es überfordere den Standort, wenn Stromkonzerne höchste Renditen erwirtschaften und gleichzeitig Arbeitsplätze und Produktionstechniken mit weltweit höchster Effizienz und Umweltverträglichkeit vernichtet würden. Politik und Stromerzeuger müssen eine kurzfristige Energiewende ermöglichen, sie würden direkte Mitverantwortung für den Industriestandort Deutschland tragen, so Kneer weiter.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Ende-Mit-Kernenergie

    Energiewende fordert ihren Tribut: RWE und Eon kämpfen

    Die Energiewende ist fünf Jahre nach der Atomkatastrophe voll im Gange. Auf der einen Seite sind erneuerbare Energien auf dem Vormarsch und bringen neue Jobs. Auf der anderen Seite ist mit fossilen Kraftwerken kaum noch Geld zu machen – die großen Energiekonzerne leiden.

  • Treibhausgase

    Förderung für Kohlemeiler soll verlängert werden

    Klimaschädliche Kohlekraftwerke sollen nun neben der Kohle-Reserve auch noch über das neue KWK-Gesetz gefördert werden. Das zumindest lässt eine Vereinbarung der Koalition verlauten. Die Grünen werfen der Bundesregierung vor dem Hintergrund des Klimagipfels ein doppeltes Spiel vor.

  • Hochspannungsleitung

    Verbraucherschützer vermuten Manipulation an der Strombörse

    Auch der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzvb) hat in den Chor derjenigen eingestimmt, die die derzeit sehr hohen Strompreise an der EEX auf Manipulationen zurückführen. Es würde der Eindruck erweckt, als wenn die Konzerne mögliche Einnahmeausfälle aufgrund von Regulierung schon im Vorfeld kompensieren wollten.

  • Energieversorung

    Trittin kritisiert hohe Strompreise

    Auch Umweltminister Jürgen Trittin hält den Vorwurf der energieintensiven Industrie, die großen Stromanbieter würden die Energiepreise gezielt nach oben treiben, für nachvollziehbar. Er begrüßte es, dass sich relevante Teile der Industrie gegen das Oligopol der vier großen Stromerzeuger stellen.

  • Energieversorung

    Experten beklagen Manipulation bei Strompreisen

    Stromexperten wie der VIK-Geschäftsführer Alfred Richmann vermuteten, dass die vier großen Versorger die Strommengen künstlich verknappen und mit gezielten Zu- und Verkäufen im von ihnen dominierten Markt die Preise nach oben treiben. Die Preisexplosion an der Strombörse sei durch "sachliche Gründe nicht zu rechtfertigen".

Top